Ehemalige Kindersoldaten berühren mit ihren Geschichten

Sie sind wie eine kleine Familie, unsere Besucher aus Kolumbien. Catalina und Manuel, die beiden ehemaligen Kindersoldaten, sind immer Seite an Seite und meistern gemeinsam alle Herausforderungen ihrer anstrengenden Reise quer durch Europa. Zu Pater Rafael Bejarano, dem Direktor der Ciudad Don Bosco, haben sie ein unerschütterliches Vertrauen. Seine Nähe scheint ihnen Kraft und Gelassenheit zu geben. James Areiza, selbst ehemaliger Programmteilnehmer der Ciudad Don Bosco und heute Leiter der Schutz- und Reintegrationsprogramme für ehemalige Kindersoldaten, begleitet seine Schützlinge überall hin und ist eine wichtige Bezugsperson für sie.

Unser Team erhält von Manuel und Catalina zur Begrüssung einen kleinen, goldenen Ansteck-Pin in Form einer Friedenstaube, die auch an eine ausgestreckte, helfende Hand erinnert. Wir alle freuen uns über das Geschenk und tragen die Taube auf der linken Brust, über dem Herzen – so wünschen es die beiden Jugendlichen.

Während rund zwei Tagen teilte das Vierergespann mit uns seine Erlebnisse und machte diese während zwei Gesprächsrunden am 15. Februar auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich. Am Morgen zeigten Sie den 20-minütigen Dokumentarfilm «Alto el Fuego» von Raúl de la Fuente im Don Bosco Beromünster, informierten über den Friedensprozess in Kolumbien und stellten sich dann den Fragen der rund 170 Anwesenden (mehrheitlich SchülerInnen der Kantonsschule Beromünster und der Stiftung Mariazell).

Es waren offene, herzliche und berührende Worte, die Catalina, Manuel, James und Pater Rafael fanden. Catalina fasste es treffend zusammen: Es ist die Botschaft des Friedens, die sie verbreiten möchte. Damit sich das, was sie erlebt hat, nie mehr wiederholt. Besonders bemerkenswert ist die Hoffnung, die Lebensfreude und der Optimismus, die von den beiden ehemaligen Kindersoldaten ausgestrahlt wird. Sie sind mit ihrer Vergangenheit im Reinen und haben den Blick nach vorne gerichtet – in eine vielversprechende Zukunft mit grossen Plänen. Catalina macht eine Ausbildung zur Krankenpflegerin und möchte später vielleicht auch Kinderrechtsanwältin werden. Manuel absolviert eine Mechanikerausbildung.

Am Abend fand ein ähnlicher Anlass vor rund 130 Besuchern im MaiHof Luzern statt, dieses Mal mit musikalischer Untermalung, Simultanübersetzung und Moderation. Das Publikum zeigte sich berührt und interessiert und nutzte den anschliessenden Apéro, um weiter zu diskutieren. Heute reisen unsere Besucher aus Kolumbien weiter nach Deutschland.

Wir danken allen Besuchern und Helfern, die diese Anlässe so erfolgreich gemacht haben. Insbesondere der Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien (ask!), unserer Moderatorin Regula Erazo, dem Harfenspieler Jaime Vargas, unserer Simultanübersetzerin Jacqueline Hefti, der Empanada-Köchin Aura Oswald, den Technikern von La mesa GmbH (insbesondere Sandro Baranzelli), dem Team des MaiHof Luzern, der Kantonsschule Beromünster und natürlich dem Jugendwerk Don Bosco. GRACIAS!

Projektbeschrieb «Rehabilitation ehemaliger Kindersoldaten» (PDF)

Für Interessierte, die unseren Anlass verpasst haben, stellen wir hier gerne noch den Dokumentarfilm von Raúl de la Fuente zur Verfügung. Er portraitiert den Weg von Catalina und Manuel stellvertretend für jenen von Tausenden anderer Kindersoldaten auf sehr eindrückliche Art und Weise: