Rehabilitationszentrum für unterernährte Kinder

ARCHIV – BOLIVIEN:
In Bolivien ist der Zugang zum Gesundheitssystem sehr schwierig. Die fehlende Grundversorgung und die durch Armut verursachte Mangel- und Unterernährung trifft Kleinkinder besonders schwer. Das frühkindliche Wachstum ist schwer beeinträchtigt und kann zu Folgeschäden führen. Seit 1989 besteht in San Carlos, in der Nähe der Stadt Santa Cruz im bolivianischen Tiefland, das Rehabilitationszentrum «Padre Luís», welches bereits hunderte Kinder betreuen konnte. Um das Zentrum weiterzuführen sind die Salesianer Don Boscos auf ihre Unterstützung angewiesen.

BOL 11-052_Kinder mit Baby im ArmLand/Ort: BOLIVIEN – San Carlos
Projekt-Nummer: BOL 11-052
Projektziel: Betreuung von Unterernährten und kranken Kindern sowie die Aufklärung durch Ernährungs- und Hygienekurse.
Projektwirkung: Durch die Behandlung der Kinder können Folgeschäden verhindert und das Wissen über Hygiene und Ernährung in die Dorfgemeinschaften weiter getragen werden. Dadurch soll die Kindersterblichkeit nachhaltig gesenkt werden.
Mittelbedarf: 185 000 Schweizer Franken pro Jahr

 

Hintergründe

Bolivien ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. 39% der Bevölkerung haben weniger als 2 US-Dollar am Tag zur Verfügung und leben somit unter der Armutsgrenze. 2014 war die Kindersterblichkeit im Land mit 38 Kindern pro 1000 Lebendgebuten sehr hoch. Dabei ist die Kindersterblichkeit in ländlichen Gebieten grösser als in den Städten. In die Statistik der Kindersterblichkeit fallen alle Kinder, die in den ersten fünf Jahren ihres Lebens sterben.

Bolivien ist zweigeteilt – im Osten gibt es das durch Rohstoffe besser gestellte Tiefland, im Westen das verarmte Hochland. An der Grenze dieser beiden Welten, am Fusse der Anden, liegt San BOL 11-052_Junge beim EssenCarlos. Die kleine Stadt ist von mehreren Gemeinden umgeben. Diese sind meist nur schwer zu erreichen, da die Strassen schlecht sind und der Höhenunterschied zwischen Berg und Tal gewaltig ist. Der Grossteil der Bevölkerung hier hat keinen Zugang zum ohnehin kaum ausgebauten Gesundheitssystem. Dadurch werden Infektionskrankheiten wie Typhus oder Durchfall zu einer tödlichen Gefahr. Besonders schwer trifft dies die massiv unterernährten Kleinkinder. Aufgrund der Armut und der fehlenden Grundversorgung leiden viele Kinder an Unterernährung und den damit verbundenen Folgeerkrankungen. Diese werden durch das Fehlen von Medizin und durch die mangelnden Kenntnisse in der Pflege von Säuglingen und Kleinkindern verstärkt. Viele der Mütter sind in dieser Situation hilflos und überfordert.

Ein schwerwiegender Grund für die Unter- resp. Mangelernährung ist die Armut in der Region. Die meisten Familien leben von der Landwirtschaft, die oft nicht genug Ertrag abwirft, weil die Ackerflächen durch jahrelange Monokultur nicht mehr fruchtbar genug sind. Damit es trotzdem für die ganze Familie reicht, müssen alle mit anpacken. Das hat zur Folge, dass Kleinkinder ihren älteren Geschwistern zur Obhut gegeben oder völlig allein gelassen werden.

Des Weiteren wandern viele Familien durch die vorherrschende Armut im Hochland ins Tiefland ab, um dort Arbeit zu finden. Auch hier sind Kleinkinder besonders gefährdet, da ihr ohnehin geschwächtes Immunsystem durch die starken Temperaturschwankungen von sehr kalt auf tropisch heiss noch weiter angegriffen wird.BOL 11-052_Spielender Junge

Fehlende medizinische Versorgung und mangelnde Kenntnisse in der Betreuung von Säuglingen und Kleinkindern tragen ebenfalls zur Unterernährung bei. Viele junge Mütter wissen einfach nicht genug über gesunde Ernährung und Hygiene. Besonders Kinder, die gerade von der Muttermilch auf feste Nahrung umgestellt werden, sind anfällig auf die Erkrankungen.


Unsere Arbeit

Im Jahr 1989 wurde angrenzend an das bestehende Don-Bosco-Kinderspital «Ichilo» in San Carlos das Rehabilitationszentrum «Padre Luís» aufgebaut. Die Schwesternkongregation «Hermanas de la Providencia» leitet diese Einrichtung in enger Zusammenarbeit mit den Salesianern Don Boscos. Dank dieses Zentrums konnte die Kindersterblichkeit in San Carlos und Umgebung um etwa die Hälfte reduziert werden. Bis jetzt wurden mehrere hundert Kinder betreut. 70% von ihnen wurden mit markanter Unterernährung eingeliefert und BOL 11-052_Vorher_nachher80% waren unter zwei Jahre alt. Nebst der Pflege der kleinen Patienten werden auch Schulungen und Präventivmassnahmen für Eltern und Gemeinden angeboten. Wenn die Unterernährung nicht in einem frühen Stadium nachhaltig bekämpft wird, kann das frühkindliche Wachstum schwer beeinträchtigt werden und zu Folgeschäden führen. Die geistigen und körperlichen Fähigkeiten unterernährter Kinder bleiben deutlich hinter jenen von gesunden Kindern zurück. Sie sind die Armen der Zukunft. Ein Teufelskreis, der durch das Angebot des Zentrums frühzeitig durchbrochen wird. Für die Betreuung der kranken Kinder im Spital braucht es Personal sowie Medikamente und Lebensmittel. Auch wenn die Lohnkosten für schweizerische Verhältnisse äusserst bescheiden sind, stellen sie für das Rehabilitationszentrum doch eine grosse Herausforderung dar. Die Mehrheit der Angestellten sind Frauen aus San Carlos. Sie werden fachgerecht ausgebildet und tragen mit ihrem Einkommen zum Unterhalt der Familie bei.

Die Pflegekosten pro Kind und Tag betragen rund sieben Franken. Im Jahr 2014 wurden 114 Kleinkinder gesund gepflegt, die alle ca. zwei bis fünf Monate im Rehabilitationszentrum verbrachten!

Das Projekt konnte mit Ihrer Unterstützung erfolgreich abgeschlossen werden. Vielen Dank! Bei Interesse können Sie mit uns in Kontakt treten und Fragen zum Verlauf des Projekts oder zum Abschlussbericht stellen.
 
Die Don Bosco Jugendhilfe Weltweit unterstützt aktuell ein Nachfolgeprojekt und andere Projekte in Lateinamerika sowie mit dem Schwerpunkt Gesundheit. Helfen auch Sie mit einer Spende, damit das Leben junger Menschen gelingt. Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!