Programm JUGEND, UMWELT UND GESUNDHEIT

Umwelt- und Gesundheitsbildung fördert gesunde Lebensführung, sorgsamen Umgang mit Natur und Umwelt, reduziert Abfall und schont die Ressourcen.

Vielerorts betreibt der Mensch Raubbau, Wälder und Grünflächen verschwinden. Gewässer, Luft und Böden sind verschmutzt. Dadurch sind die Nahrungsgrundlage und der Lebensraum von Millionen bedroht.
Ungesunde Ernährung fördert Mangelernährung und Krankheiten wie Krebs und Diabetes. Fehlende sanitäre Einrichtungen und mangelnde Hygiene begünstigen die Ausbreitung von übertragbaren Krankheiten.

Wird oder ist jemand krank oder behindert, fehlt es oft an medizinischer Hilfe, Unterstützung und gesellschaftlicher Integration.

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Gesundheitsdienste

Die Salesianer Don Boscos unterhalten ein grosses Angebot an Basisgesundheitsdiensten, Notfall- und Beratungsstellen sowie Pflegehäuser, in denen chronisch Kranke (zum Beispiel Lepra und HIV/Aids) Unterkunft, Pflege sowie medizinische und psychosoziale Betreuung erhalten.

Gesundheitsprogramme werden dort angeboten, wo den Menschen der Zugang zur Grundversorgung fehlt – sei es aus geografischen, gesellschaftlichen, finanziellen oder strukturellen Gründen.

Projekte

 

Ernährungs- und Gesundheitsprogramme


Bei Kindern sind Mangel- respektive Unterernährung weit verbreitet. Bleibende Defizite in körperlicher und geistiger Entwicklung sind die Folge.

In den Einrichtungen der Salesianer Don Boscos (Schulen, Jugendzentren, Kinderheimen) werden ausgewogene Mahlzeiten angeboten – für viele Kinder und Jugendliche ist es die einzige Verpflegung am Tag.

Schulungen in persönlicher Hygiene und im Umgang mit Lebensmitteln wirken sich unmittelbar positiv aus. Die Kinder sind gesünder, die schulischen Leistungen besser, und zudem werden die Eltern zeitlich und finanziell entlastet.

Projekte

 

Sensibilisierungsprogramme

Im Gesundheitsbereich werden Kampagnen über Prävention und den Schutz vor Krankheiten, Erkennen von Symptomen, Pflege und Heilung durchgeführt.

So werden Ansteckungen reduziert, die Ausgrenzung aus Familie und Gesellschaft verhindert, während gleichzeitig die Heilungschancen steigen.

Im Bereich Ernährung – insbesondere für Kinder unter fünf Jahren – werden Mütter geschult, Kochkurse durchgeführt, Familiengärten angelegt, um eine altersgerechte Ernährung zu gewährleisten. Durch diese Massnahmen sind Mütter besser in der Lage, gut für ihre Kinder zu sorgen. Gleichzeitig sind die Programme die Grundlage, Essgewohnheiten langfristig positiv zu verändern und das Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schärfen.

Die Bildung von Müttern hat auch generationenübergreifende Wirkungen, indem sie familiäres und soziales Verhalten verändert.

Im Umweltschutzbereich ist die Schulung und Sensibilisierung junger Menschen unerlässlich. Zusammen mit den Erziehern und Lehrern nehmen sie an Gruppentreffen, Praktika und Theoriestunden teil.

Sie entwickeln Ideen für eine nachhaltige Entwicklung und einen verantwortlichen Umgang mit Ressourcen. Dies verändert das Verhalten der folgenden Generationen tiefgreifend.

Kurse in Ökologie, Umwelt und nachhaltiger Landwirtschaft runden das Angebot ab. Die jungen Menschen erleben das Zusammenspiel von Mensch und Umwelt, in Modellgärten eignen sie sich praktisches Wissen über den Umgang und die Pflege von Erde, Wasser, Pflanzen und Nahrung an. So werden das Wachstum der Natur hautnah miterlebt und ökologische Konzepte kennengelernt und verinnerlicht.

Beispiel

 

Erneuerbare Energien

Alternative Energieformen haben viel Potenzial: Solaranlagen können zum Beispiel eine instabile Stromversorgung stabilisieren oder Elektrizität in Gegenden bringen, die noch unerschlossen sind.

Dank der Nutzung des reichlich vorhandenen Sonnenscheins für die Stromversorgung wird gleichzeitig die Umwelt geschont. Um die Nutzung dieser Energien zu fördern, werden Berufskurse in Elektro- und Solartechnik durchgeführt.

Die technische und praxisorientierte Ausbildung eröffnet jungen Menschen Zugang zu einem wachsenden, nachhaltigen und zukunftsorientierten Arbeitsmarkt.

Installationen in Don-Bosco-Zentren sensibilisieren zudem Besucher und Nachbarn für die Nutzung nachhaltiger Energien.

 

Wasserprojekte

Wasser – die Grundlage des Lebens!

Menschen in den Elendsvierteln der Grossstädte oder in weit entfernten Dörfern auf dem Land leben oft unter widrigen Bedingungen. Es fehlt an allem: an einer menschenwürdigen Unterkunft, an Energie, an sauberem Wasser zum Trinken, für die tägliche Körperhygiene und den Anbau von Lebensmitteln.

Verschmutztes Wasser ist oft die Ursache für Infektionskrankheiten. Die Programme der Salesianer Don Boscos fördern deshalb den gemeinschaftlich organisierten Bau von Wasserreservoirs und den Unterhalt einer funktionierenden Versorgung für ganze Dörfer. Schulungen über die sorgsame Nutzung im Haushalt, in der Landwirtschaft sowie Sensibilisierungsmassnahmen über den Umgang mit Wasser unterstützen die Programme.

 

Nachhaltige Landwirtschaft

Traditionelles, überliefertes Wissen in Bereichen wie Landwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion und -konservierung spielt eine wichtige Rolle, wenn es um einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt geht.

Die unterstützten Landwirtschaftsprojekte zeichnen sich dadurch aus, dass sie Tradition und moderne Techniken kombinieren und vereint anwenden. Die Produktion der Nahrungsmittel dient primär dem Eigenkomsum und erhöht damit die Ernährungssicherheit. Überschüsse werden auf lokalen Märkten verkauft, was zum Familieneinkommen beiträgt und so die Menschen in ländlichen Regionen unabhängiger macht.

Projekte

 

Infrastruktur


Je nach Projektschwerpunkt sind Anschaffungen im Bereich der Infrastruktur erforderlich: der Bau und die Einrichtung eines Gesundheitszentrums, die Anschaffung eines geeigneten Fahrzeugs für Waren- oder Personentransporte, der Bau von Brunnen oder Toilettenanlagen oder der Kauf von Maschinen oder Geräten für Berufsbildungszentren.

Die Infrastrukturprojekte sowie deren Nutzung tragen so substanziell zur Entwicklung einer Region, eines Dorfes oder eines Stadtviertels bei.

Projekte

 

Arbeit in Netzwerken

«Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile» – in diesem Sinne nutzen die Salesianer Don Boscos ihr weltweites Netzwerk.

Gleichzeitig werden Kooperationen mit Unternehmen, Organisationen der Zivilgesellschaft und staatlichen Akteuren gesucht, die es ermöglichen, aktuelle Entwicklungen mitzugestalten, Know-how zu teilen, weiter auszubauen und das Leistungsangebot zu vervollständigen.
 

Don Bosco Green Alliance

Don Bosco Green Alliance wurde in Indien gegründet und ist ein schnell wachsendes internationales Netzwerk.

Es vernetzt junge Menschen aus Don-Bosco-Institutionen und Organisationen auf der ganzen Welt. Prioritär werden Informations-, Aufklärungs- und Sensibilisierungsmassnahmen mit folgenden Zielen ergriffen:

  • Massnahmen, die auf globaler Ebene zum Schutz der Umwelt beitragen, wie Kampagnen zur Verminderung der Umweltverschmutzung, Verzicht auf die Verwendung von Plastik.
  • Herbeiführung von Verhaltensänderungen in Bezug auf nachhaltigen Schutz und Umgang mit natürlichen Ressourcen
  • Einflussnahme auf politischer Ebene
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      Einflussnahme auf Politik und Gesellschaft

      Die Einflussnahme auf sämtliche Akteure der Gesellschaft hilft mit, Strukturen auf positive Art und Weise zu beeinflussen, damit eine solidarischere Gesellschaft entsteht, die ihre Verantwortung wahrnimmt.

       

      Erfahrungsbericht: Muneeswary – Botschafterin des Wandels

      Klasse: 6th Standard, National Child Labour School in Vilathikulam (6. Primarschule)
      Thulukkankulam, Tamil Nadu, Indien

      «Ich heisse Muneeswary und bin elf Jahre alt. Zusammen mit meiner ein Jahr älteren Schwester und meinen Eltern lebe ich im kleinen Dorf Thulukkankulam, im Süden Indiens.

      Meine Eltern waren früher Bauern, doch, weil die Trockenheit in der ­Region immer schlimmer wurde, mussten sie die Landwirtschaft aufgeben. Nun arbeiten sie als Tagelöhner in einer der vielen Meerwassersalinen.

      Meine Grossmutter trägt zum Familieneinkommen bei, indem sie Gelegenheitsjobs in der nahegelegenen Stadt annimmt. Hauptsächlich kümmert sie sich jedoch um mich und meine Schwester und macht den Haushalt. Wenn ich von der Schule zurückkomme, helfe ich mit.

      Nach dem Abendessen gehe ich jeweils in die Abendschule des Zentrums der Salesianer Don Boscos in Vilathikulam, um meine Hausaufgaben zu erledigen. Dort lernte ich die Arbeit der Öko-Klubs kennen.

      Ich war sofort begeistert und interessiert. So habe ich mich entschlossen, Mitglied zu werden.

      Der Klub ist eine tolle Sache. Ich und meine Freunde werden ermutigt, umweltbewusst zu handeln.

      Beispielsweise lernen wir den sorgsamen Umgang mit der Natur, wie man Bäume pflanzt und pflegt oder wie ich meinen eigenen Gemüsegarten anlegen kann.

      Wir lernen verschiedenste Sachen und unternehmen vieles gemeinsam.

      Ich kann sagen, dass meine Wertschätzung für Bäume einen grossen Einfluss auf unser Haus und meine Umgebung hat: Ich habe vier Bäume gepflanzt, die ich nun hege und pflege.

      An einem freien Platz bei unserem Haus habe ich einen kleinen Gemüsegarten angelegt – darauf bin ich sehr stolz.

      Immer wenn ich von der Schule nach Hause komme, schaue ich zu meinen Pflanzen, giesse sie und freue mich, wenn sie grösser geworden sind und sich gut entwickeln. Ich habe schon vielen Nachbarn von meinem Garten erzählt und ihnen geholfen, selbst einen anzulegen.

      Ich träume davon, dass alle Dorfbewohner zu Umwelt und Natur Sorge tragen und wir so ein umweltfreundliches Dorf werden, wo viele Bäume wachsen und die Bewohner ihr eigenes Gemüse anbauen und sich so gesund ernähren können.»

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