Programm NOT- UND WIEDERAUFBAUHILFE

Erdbeben, Überschwemmungen, Flüchtlingskrisen, Epidemien, Wirbelstürme oder bewaffnete Konflikte: In der Nothilfe kommt es auf Schnelligkeit, Effizienz und Notwendigkeit an.

Menschen geraten in Situationen, die unmittelbar ihre Existenz bedrohen und bei denen Staat und Gesellschaft an ihre Grenzen kommen. Katastrophen und Krisen treten meist unerwartet auf und bringen über Zehntausenden, manchmal gar Millionen von Menschen unermessliches Leid. Nothilfe zu leisten setzt voraus, dass auf verschiedene Formen von Katastrophen wirksam reagiert werden kann: Der sofortige Einsatz von dringend benötigten Hilfsgütern ist eine wichtige Voraussetzung.

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Effizient und bei den Menschen


Wo Menschen durch Katastrophen oder bewaffnete Konflikte in Not geraten, hilft die Don Bosco Jugendhilfe Weltweit schnell und wirkungsvoll über das gut verankerte Netzwerk der Salesianer Don Boscos und der Don Bosco Schwestern. So ist schnelle Hilfe vor Ort möglich.

Die Salesianer leben zusammen mit den Ärmsten, sind gemeinschaftlich verbunden, verwurzelt, ortskundig, anerkannt und sehr gut vernetzt. Sie wissen, wo die Not am grössten ist. Sie sind vor Ort und werden im Krisenfall sofort aktiv.

Von Beginn an wird an den Wiederaufbau und an Katastrophenprävention gedacht.

Zurück zur Normalität

Es ist wichtig, frühzeitig mit der Planung der Zeit nach der Krise zu beginnen. Wenn die erste Phase der Krise bewältigt ist, beginnt der Wiederaufbau der zerstörten Lebensgrundlagen.

Ziel ist es, dass die Menschen möglichst schnell in die Normalität zurückfinden.

Es wird abgeklärt, was benötigt wird (Nutztiere, Setzlinge, Saatgut, Werkzeug, logistische Unterstützung), damit sich die Betroffenen möglichst rasch selbst versorgen und ernähren sowie ihr Leben neu aufbauen können.

Erste Phase der Nothilfe

Wenn nötig stellen die Salesianer Don Boscos ihre Zentren als Notunterkünfte zur Verfügung, leisten Soforthilfe mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Hygieneartikeln und medizinischer Erstversorgung. Dabei kann auf eine grosse Anzahl freiwilliger Helfer gezählt werden.

Auch wird immer der Kontakt und der Austausch mit den lokalen Behörden gesucht, die vor Ort koordinieren, sowie mit anderen kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammengearbeitet, um die Hilfe optimal zu gestalten.

Wasser und Hygiene

Die Sicherung von sauberem Trinkwasser hat Priorität. Verunreinigtes Trinkwasser kann zu Durchfallerkrankungen führen und enthält oft Erreger von Typhus, Cholera und Gelbsucht.

Um die Ausbreitung dieser Erkrankungen einzudämmen, wird den Menschen der Zusammenhang erklärt, werden wichtige Hygieneregeln kommuniziert sowie die Versorgung mit sauberem Trinkwasser prioritär angegangen.

Kinderschutz


Kinder sind in Krisensituationen speziell von Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung und Menschenhandel bedroht. In den Don-Bosco-Zentren finden sie einen geschützten Raum, wo ihnen bei der Bewältigung des Erlebten geholfen wird. Sie können malen, spielen – wieder Kind sein. Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden, werden identifiziert, registriert und vorübergehend in Pflegefamilien oder in improvisierten Kinderzentren untergebracht.

Die Suche nach den Eltern oder Verwandten beginnt unverzüglich, damit eine Rückführung in die Familie möglichst schnell erfolgen kann.

Schul- und Berufsbildung


In den Don-Bosco-Zentren kehrt man immer so schnell wie möglich zu den regulären Lernaktivitäten zurück.

In Flüchtlingslagern werden Schulen und Berufsbildungszentren – unter Einbezug der lokalen Bevölkerung – aufgebaut.

Dort können die Kinder und Jugendlichen lernen. Der aus dem Lot geratene Alltag erhält Struktur und ermöglicht ein Stück Normalität. Zudem werden die Eltern entlastet.

Traumaverarbeitung und psychologische Unterstützung


Naturkatastrophen betreffen jährlich Tausende von Menschen und verändern ihr Leben schlagartig. Bewaffnete Konflikte zwingen Menschen dazu, ihr Haus unverzüglich zu verlassen.

Sie erleben absolute Ausnahmesituationen – Krankheiten, den Verlust des vertrauten Umfeldes, von Hab und Gut sowie geliebter Menschen. Dies hinterlässt seelische Verletzungen, die die Zeit nicht heilt. Sie müssen aktiv behandelt werden.

Interdisziplinäre Teams aus Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern, Lehrern, Berufsbildnern und freiwilligen Mitarbeitern kümmern sich ganzheitlich um die betroffenen Menschen, um sie bei der Aufarbeitung des Erlebten zu unterstützen. Die Betreuung ist ganzheitlich aufgebaut und umfasst medizinische und psychologische Betreuung. Ebenso sind Schul- und Berufsbildung, Malen, Tanz, Musik, Theater, Spiel, Spass wichtige Elemente auf dem Weg der Trauma-, Trauer-, Schmerz- und Wutbewältigung.

Krisenprävention


Krisenbewältigung allein reicht nicht aus. Zusammen mit der lokalen Bevölkerung und den Behörden werden Voraussetzungen geschaffen, um künftigen Notlagen vorzubeugen. So soll die Selbsthilfe der Bevölkerung gestärkt, vorhandene Ressourcen genutzt und Präventionsarbeit geleistet werden.

Naturkatastrophen wie auch bewaffnete Konflikte beeinträchtigen die betroffenen Menschen oft jahrelang. Provisorien sollen nicht zum Dauerzustand werden.

Deshalb wird möglichst rasch mit dem Wiederaufbau sowie Friedens- und Versöhnungsarbeit begonnen. Die Menschen werden unterstützt, ihr Leben und ihre Zukunft wieder in die eigene Hand zu nehmen.