Ernährungsprogramm für Kinder

DOMINIKANISCHE REPUBLIK: La Vega - ANT 06-044-21


Das Zentrum «Amigos y Amigas de Domingo Savio» betreut rund 630 Mädchen und Buben im Alter von acht bis vierzehn Jahren. Es werden schulische Programme und Freizeitaktivitäten angeboten. Da die Kinder oft mit Hunger ins Zentrum kamen, wurde im Jahr 2006 das Ernährungsprogramm initiiert. Die Verpflegung der Kinder ist nur dank Spenden möglich.

Land/Ort: DOMINIKANISCHE REPUBLIK – La Vega
Projektnummer: ANT 06-044-21
Projektziel: Sicherung des Ernährungsprogramms im Don-Bosco-Freizeitzentrum
Projektwirkung: Die präventive Arbeit des Don-Bosco-Freizeitzentrums und des Sozialwerks hilft die Kinder und Jugendlichen von der Strasse fernzuhalten und zu rechtschaffenen Bürgern heranzubilden. Durch die Sicherung einer Mahlzeit pro Tag wird das Wachstum der Kinder gefördert und sie können sich besser konzentrieren, was wiederum ihrer schulischen Leistung zu Gute kommt.
Mittelbedarf: CHF 51 300 pro Jahr

 

Hintergründe

Rund ein Drittel der Bevölkerung der Dominikanischen Republik lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Ernährungssicherheit ist im ganzen Land nicht garantiert. Grund dafür sind extrem hohe Lebensmittelpreise. Aufgrund von hohen Transportkosten und hohen Einfuhrzöllen müssen Familien bis zu 45% ihres Einkommens für Lebensmittel aufwenden. Arme Familien trifft dies besonders hart, weshalb sie oft mit billigen und qualitativ schlechten Lebensmitteln auskommen müssen.
2017 wurde im ganzen Land das Konzept der Ganztagesschule eingeführt. Diese sichert den Kindern wenigstens ein Pausenbrot und ein Mittagessen zu. Diese Mahlzeiten reichen aber nicht aus, um eine stabile und nahrhafte Entwicklung der Kinder zu ermöglichen. Daher braucht es unterstützende Programme, welche den Kindern mindestens eine zusätzliche Mahlzeit zusichern sollen.

Die Stadt Concepción de la Vega (oft nur La Vega genannt) befindet sich 150 km nördlich der Landeshauptstadt Santo Domingo und zählt 448 000 Einwohner. Ein Teil der Bevölkerung der dominikanischen Republik ist auf der Suche nach einem besseren Leben in die Stadt gezogen. Diese Migration verlief sehr schnell und ohne Kontrolle des Staates. Das Ergebnis sind wachsende Armenviertel am Rande der Stadt. Die Bewohner leben in sehr einfachen Hütten ohne Zugang zur Infrastruktur (Wasser, Elektrizität, Strassen). Die Viertel sind geprägt von Armut, hohem Alkoholkonsum, häuslicher Gewalt, Drogen und einer hohen Kriminalitätsrate.

Die Salesianer Don Boscos führen seit November 2003 das Projekt und Zentrum «Amigos y Amigas de Domingo Savio» in La Vega.
Das Zentrum soll den Kindern und Jugendlichen einen Ort zum Spielen bieten, der sie nach der Schule von der Strasse fernhält. Im Zentrum werden die Kinder professionell betreut, erhalten eine Mahlzeit pro Tag und haben Zugang zu einem gewaltfreien Aufenthaltsort an welchem sie sicher sind und unbeschwert spielen und lernen können.
Mittlerweile erhalten im Zentrum 630 Kinder (147 Mädchen und 483 Buben) im Alter von acht bis vierzehn Jahren pädagogische, soziale und persönliche Förderung sowie menschliche Zuwendung.

Es sind Kinder, die zu Hause in ihren Familien und in ihrem Umfeld mit schwierigen Situationen konfrontiert sind. Alkoholkonsum, häusliche Gewalt, Drogen, Delinquenz, Diebstahl usw. sind in ihrem täglichen Leben allgegenwärtig. Die Kinder sind den familiären Krisen ausgesetzt, werden misshandelt, geraten in der Schule unter Druck und erhalten keine Zuwendung und soziale Betreuung. Viele der Kinder brechen vorzeitig die Schule ab.

Die Stadtviertel, die durch das Zentrum abgedeckt werden, sind bekannt für ihre hohen Kriminalitätsraten. Im Zentrum lernen die Kinder, mit ihren schwierigen Situationen umzugehen und schaffen sich neue Perspektiven und Hoffnung für die Zukunft.

Unsere Arbeit

Das Don-Bosco-Zentrum in La Vega ist Montag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr für die Kinder und Jugendlichen geöffnet. Samstags können sie den ganzen Tag vorbeikommen (8 bis 18 Uhr) und am Sonntag wird ein Frühstück und Mittagessen von 8 bis 13 Uhr angeboten. Während diesen Zeiten nehmen die Mädchen und Buben aktiv am Lern- und Spielangebot des Zentrums teil.
Die Angebote des Zentrums sind sehr vielfältig. Sie reichen von Alphabetisierungskursen und Nachhilfeunterricht, über Tanz- und Theaterkurse, Sportunterricht bis hin zu Sommerkursen, Tagesausflügen und Sensibilisierungskurse zu verschiedenen Themen. Es sind aber nicht nur die Kinder und Jugendlichen, welche vom Zentrum profitieren. Auch für Eltern werden Kurse angeboten. Sozialarbeiter klären sie auf und sensibilisieren sie für die wichtige Bedeutung von Bildung, Ernährung und einem gewaltfreien Elternhaus.
Feste wie Muttertag, Tag des Kindes, Tag der Jugend, Weihnachten, Ostern und viele mehr werden im Zentrum gemeinsam gefeiert. Dadurch wird die ganze Gemeinschaft der Viertel miteinbezogen und die Zivilgesellschaft wird gestärkt

Mit der Verpflegung der Kinder haben die Salesianer Don Boscos im Jahr 2006 begonnen. Grund dafür war, dass die Kinder oft mit Hunger ins Zentrum kamen. Aus lauter Hunger konnten sie sich nicht konzentrieren, was für die schulischen Programme und für das Verhalten der Kinder wenig förderlich war. So entschlossen sich die Verantwortlichen, jedem Kind täglich eine Mahlzeit abzugeben. Seit 2013 verfügt das Zentrum über eine eigene, einfache Küche. Die Mahlzeiten werden seither direkt vor Ort zubereitet. Dies trägt dazu bei, dass die Lebensmittelkosten über die letzten Jahre konstant gehalten wurden. Die Kosten für eine qualitativ gute und gesunde Ernährung belaufen sich durchschnittlich pro Monat und Kind auf 235 DOP (Dominikanische Pesos), das sind 4.50 CHF.
Die Mahlzeiten wurden in Zusammenarbeit mit einer Ernährungsberaterin erarbeitet und stellen so sicher, dass die Kinder eine reichhaltige und nahrhafte Mahlzeit erhalten, die zu ihrer Entwicklung beiträgt. Die Mahlzeiten bestehen unter anderem aus:

  • Milch mit Schokolade
  • Fruchtsäfte
  • Mangú (das sind Kochbananen mit Butter und Zwiebeln) mit Käse und/oder Salami
  • Teigwaren, Reis und Kartoffeln
  • Brot, Backwaren

Zusätzlich zur Bereitstellung der Mahlzeiten vor Ort liefert das Zentrum eine tägliche Zwischenverpflegung in das Viertel María Auxiliadora. Dieses Viertel ist extrem stark von der Kriminalität betroffen. Kinder trauen sich nicht, den Weg zum Zentrum auf sich zu nehmen. Durch die Lieferung einer nahrhaften Zwischenmahlzeit können die Mitarbeiter des Don-Bosco-Zentrums in La Vega 100 Kinder direkt im Viertel María Auxiliadora erreichen.

Die Don Bosco Jungendhilfe Weltweit unterstützt das Projekt seit 2007 mit jährlich 33 000 Franken. 2018 wurde das Projekt um weitere drei Jahre verlängert und es wird ein Unterstützungsbeitrag von jährlich 51 300 Franken geleistet.


Helfen auch Sie mit, Kinder und Jugendliche gut genährt aufwachsen können. Spenden Sie mit dem Vermerk ANT 06-044-21 und geben Sie diesen Kindern eine bessere Perspektive für die Zukunft! Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie unsere Projektleiterin Désirée Schöpfer.