Erfolgsstories

Padre Marco erhält Auszeichnung für soziale Verdienste von der Regierung Ecuadors

Auszeichnung Padre Paredes Feierliche ZeremoniePater Marco Paredes ist Salesianer Don Boscos und setzt sich in Ecuador seit 35 Jahren unermüdlich für benachteiligte Kinder, Jugendliche und Familien ein. Nun wurde er für sein soziales Lebenswerk von Präsident Rafael Correa ausgezeichnet. Die Ehrung nimmt Paredes bescheiden im Namen seiner Schützlinge an. Gerne präsentieren wir Ihnen hier Padre Paredes’ beeindruckende Geschichte von sozialem Einsatz und erfolgreicher Entwicklungshilfe.

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Seit 35 Jahren engagiert sich Padre Marco Paredes für Kinder in Not – seit 24 Jahren ist er in der Ecuadorianischen Grossstadt Guayaquil tätig. Vor allem im Elendsviertel «Nigeria» ist Paredes ein gern gesehener und geschätzter Besucher – denn er bringt echte Hilfe. Gemeinsam mit der Don Bosco Jugendhilfe Weltweit hat er 2007 dafür gesorgt, dass in dem Viertel, das ständig überschwemmt wurde und in dem ärmliche Hütten auf Pfählen standen, aufgeschüttet wurde und solide Häuser errichtet wurden. Was dieses Bauprojekt bewirkt hat, erklärt Ihnen am besten Pater Toni Rogger, der P. Marco Paredes und die Situation vor Ort persönlich kennt.

Ein persönliches Wort von Pater Toni Rogger, Leiter der Don Bosco Jugendhilfe Weltweit:
«Als ich vor zehn Jahren Padre Marco Paredes in Guayaquil besuchte, um das Strassenkinderdorf zu besichtigen, das wir von Beromünster aus finanzierten, führte er mich in den Stadtteil Isla Trinitaria. Ich war zutiefst erschüttert. Tausende von Menschen lebten dort im Quartier «Nigeria» auf «Pfahlbauten» an den Ufern des Rio Guayas in unbeschreiblicher Armut.


Ich spürte, wie Padre Marco litt, weil er helfen wollte, aber über keine finanziellen Mittel verfügte. Ich erahnte seine grosse Liebe zu den Armen. Das beeindruckte mich so sehr, dass ich in der Schweiz Möglichkeiten suchte, dieser Not mit unseren Möglichkeiten zu begegnen. Zusammen mit einer Schweizer Stiftung starteten wir in diesem Quartier ein Pilotprojekt. Das Gelände am Fluss wurde aufgeschüttet und befestigt. Wir bauten in der Folge 83 solide Häuser. Gleichzeitig wollten wir die Stadt Guayaquil in Pflicht nehmen. Diese verpflichtete sich, 18 weitere Häuser zu bauen. Das Ergebnis war sensationell. Die Stadt führte das Projekt weiter. Heute, zehn Jahre nach meinem Besuch, ist der ganze Stadtteil nicht wieder erkennbar. Zwar ist Nigeria nach wie vor ein armes Quartier. Die Menschen sind die gleichen geblieben. Aber nichts erinnert mehr an das unsagbare Elend von vor zehn Jahren.


So freue ich mich über die grosse Auszeichnung von Padre Marco durch die ecuadorianische Regierung und die Provinz von Guayas. Ich freue ich insbesondere, dass staatliche Stellen erkennen, was durch den Einsatz eines unserer Mitbrüder für das Wohl der Gemeinschaft geleistet wird und dass sie gewillt sind, die vorbildliche und pionierhafte Arbeit von Padre Marco weiterzuführen. Herzlichen Glückwunsch, Padre Marco!»

P. Toni Rogger

 

Sportlehrer des Colegio Salesiano de Concepción (Chile) als Schiedsrichter an der WM

Sergio Román war Schüler im Colegio Salesiano, als ihn die Leidenschaft fürs Schiedsrichtern packte. Dank der Unterstützung der Salesianer Don Boscos konnte er sich im Juni 2014 seinen Lebenstraum erfüllen: Er nahm als Assistenzschiedsrichter an der Weltmeisterschaft in Brasilien teil.

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Sergio RománSergio Román verbindet viel mit den Salesianern Don Boscos: Als Jugendlicher besuchte er das Colégio Salesiano von Concepción, wo er sich immer freiwillig als Schiedsrichter für die Spiele seiner Klassenkameraden meldete. Später studierte er Sport – und kehrte dann als Sportlehrer zurück an seine Schule. Die Salesianer Don Boscos haben ihn stets in seiner mittlerweile 23-jährigen Schiedsrichterkarriere unterstützt. So war es möglich, dass er berufsbegleitend Fussballpartien leiten und sich verbessern konnte.

Seit 2007 ist Román an internationalen Fussballturnieren beteiligt. Mit der WM steigt er jetzt, kurz vor seinem Rücktritt, in die Königsklasse der Schiedsrichter auf.

Bevor Román nach Brasilien reiste, schickte er seinen Schülern folgende Nachricht: „Was auch immer ihr tut – seid immer verantwortungsvoll und konstant. Träume wahr werden lassen ist das Resultat vom niemals Aufgeben, vom Vorwärtsgehen und von maximalen Anstrengungen.“
Für Sergio Román ist mittlerweile ein Traum wahr geworden: Als Assistenzschiedsrichter leitete er im Juni 2014 im chilenischen Schiedsrichterteam die Partien zwischen der Elfenbeinküste und Japan sowie zwischen Italien und Costa Rica. Sein Aufgebot für die WM ist Ansporn für seine Schüler, niemals aufzugeben und für die Erfüllung ihrer Träume hart zu arbeiten.

 

Edgar – Vom Strassenkind zum Mediziner

Brasilien – Belo Horizonte

Ein Beispiel erfolgreicher Unterstützung durch CESAM (Centro Salesiano do Adolescente Trabalhador – Salesianisches Zentrum Jugendlicher Arbeiter), einem Hilfsprojekt für Strassenkinder in sechs brasilianischen Städten.

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Edgars Eltern verliessen das Landesinnere Brasiliens, wo sie als Landarbeiter auf einem Grossgrundbesitz aufgewachsen und gearbeitet hatten, als er vier Jahre alt war. Sie waren (so wie Millionen ihrer Landsleute) auf der Suche nach einem besseren Leben und landeten in einer Favela, einem brasilianischen Slumgebiet. Eine schwere Zeit der Arbeitssuche begann. Wohl auf Grund des Schocks und der Schwierigkeiten trennten sich seine Eltern. Nach der Trennung nahm ihn zuerst seine Grossmutter auf. Sie war schon über 60 Jahre alt und arbeitete von früh bis spät. Sie wusch für andere Leute die Wäsche, übernahm jede Art von Hilfsdiensten und Edgar musste ihr dabei behilflich sein und ab sieben Jahren bald richtig zupacken in den bäuerlichen Betrieben am nahen Stadtrand. Als er dreizehn wurde nahm ihn den Vater wieder zu sich.

Eines Tages bat Edgar bei einem Verkaufsstand um Arbeit. Die Frau im Laden sagte ihm, dass sie zwar keine Arbeit für ihn habe, doch dass ihr Neffe bei den Salesianern Don Boscos beim CESAM-Programm mitgemacht habe – und heute sei er Filialleiter einer Bank. Er wäre ein Junge wie er gewesen und dort sei ein guter Platz.

Edgar war damals vierzehn Jahre alt und wegen Mangelernährung klein und mager. Er entschloss sich, zu den Salesianern zu gehen und besuchte die Schule. Da er gute Noten hatte, erhielt er im Rahmen des CESAMs eine Anstellung in einem Reisebüro, danach bei einer Bank. Später wechselte er in ein Zahnlabor, wo er als Zahntechniker arbeitete. Sein Wunsch, Mediziner zu werden, wurde immer grösser. Und so begann er mit dem Medizinstudium, das er 2003 erfolgreich beendete.

Edgar mit seiner Familie an Diplomfeier

Edgar an seiner Diplomfeier

In Gesprächen findet Edgar immer wieder lobende Worte für den Salesianerorden in Brasilien: «Was mir an den Salesianern Don Boscos am meisten gefiel, war, dass sie an diesen 14-Jährigen glaubten, einen Jungen, der fast nichts zum Anziehen hatte. Sie gaben mir die Möglichkeit zu arbeiten und zu lernen – ohne mich zu kennen. Sie schenkten mir Vertrauen, sie öffneten mir die Türen, und sie ermutigten mich: «Du schaffst es!». Sie akzeptierten mich einfach als Person.»

Edgar will ein Teil von dem Entgegengebrachten zurückgeben: Er beabsichtigt, eine Zahnambulanz in einem Autobus einzurichten und damit in die Favelas hinauszufahren, um die bedürftigen Bewohner zu behandeln.