Humanitäre Hilfe

Die Salesianer helfen der Bevölkerung auch in Notsituationen, die durch Naturkatastrophen entstanden sind. Das daraus resultierende Leid ist oft gross und trifft meist Menschen, die auf keine finanziellen Rücklagen oder Versicherungen zurückgreifen können. Diese Menschen stehen plötzlich vor dem Nichts. Direkt vor Ort sehen die Salesianer Don Boscos, woran es fehlt und wo es dringend Hilfe braucht. So können sie effizient helfen und der Bevölkerung beistehen. Ohne die Grosszügigkeit der Schweizer Bevölkerung, die sich angesichts von Katastrophen wie dem Erdbeben in Haiti 2010 oder dem Taifun Haiyan in den Philippinen 2013 immer sehr solidarisch zeigt, wäre diese Hilfe nicht möglich.

 

Wirbelsturm in Haiti – Nothilfe für die Opfer von Hurrikan «Matthew» – Projekt HAI 16-109

haiti_nothilfe_donbosco_zerstoerteshaus1_quadrAm Dienstag, 4. Oktober 2016 ist der tropische Wirbelsturm «Matthew» mit 230 km/h über Hait gezogen und hat dabei vor allem im Süden und Südwesten des Landes schwere Schäden verursacht. Nun braucht die Bevölkerung in den betroffenen Regionen dringend Unterstützung. Es fehlt an Wasser, Lebensmitteln und Baumaterial zur Reparatur der beschädigten Gebäude.

Stand Berichterstattung: 9.11.2016

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Haiti leidet erneut unter einer humanitären Krise. Der Hurrikan Matthew hat das Land mit voller Wucht getroffen und nach dem Erdbeben von 2010 erneut eine Notfallsituation kreiert, die gemäss unseren Projektpartnern vor Ort schlimmer werden könnte, als jene vor sechs Jahren. Über zwei Millionen Menschen sind betroffen, etwa 1,5 Millionen brauchen Notfallhilfe und mehr als 60‘000 Menschen sind obdachlos. Die Zahl der Toten ist ungewiss. Gewisse Organisationen sprechen von 1000 Toten, während die haitianische Regierung von weniger als 400 spricht. Genauere Informationen werden wohl erst später, im Verlauf der Wiederaufbauarbeiten, zur Verfügung stehen.A boy walks away with a bag of rice at a distribution event in Don Bosco church in Les Cayes.

Unterstützen Sie uns dabei, den Menschen Haiti in dieser schwierigen Situation beizustehen. Nach dem Erdbeben 2010 steht das Land erneut unverschuldet vor dem Nichts. Bitte spenden Sie mit dem Vermerk HAI 16-109. Danke.

Wie weiter nach «Matthew»
Langsam sind die Schäden abschätzbar. Damit die Menschen schnell in den Alltag zurückfinden, Lebensmittel produziert werden und die Kinder wieder zur Schule gehen können, haben die Salesianer Don Boscos ein Vier-Stufen-Programm initiiert.

Stufe 1: Nothilfe
Die Nothilfe ist unverzüglich angelaufen mit folgende Massnahmen:

  • Verhinderung einer Ausbreitung von Cholera durch Aufbereiten und Verteilen von sauberem Trinkwasser. Die Salesianer Don Boscos in Les Cayes besitzen eine Wasseraufbereitungsanlage, mit der sie Trinkwasser zur Selbstversorgung aufbereitet, Überschüsse abgefüllt und in der Nachbarschaft verkauft haben. Angesichts der Notsituation läuft diese Wasseraufbereitungsanlage (die glücklicherweise beim Sturm nicht beschädigt wurde) nun ununterbrochen und das Wasser wird kostenlos an die Bevölkerung verteilt. Täglich werden 500 bis 600 Gallonen produziert (ca. 2000 Liter). Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Cholera geleistet.
  • Verteilung von Paketen mit Grundnahrungsmitteln an 400 Familien. Damit wird die Ernährung von rund 3000 Menschen für mehrere Tage sichergestellt.
  • Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung durch tägliche Versorgung von 3000 notleidenden Kindern und Jugendlichen mit einer warmen Mahlzeit in der SDB-Schulkantine von Les Cayes während mindestens drei Monaten.

Stufe 2: Wiederaufbau / Reparatur der Häuser
Viele Menschen leben in provisorischen Behausungen wie Notunterkünften, Kirchen, Zelten, oder in ihren beschädigten Häusern. Für den Wiederaufbau und zur Reparatur wird an 200 Familien Baumaterial verteilt, damit die Schäden behoben werden können. Auch die Beschädigungen an der salesianischen Einrichtung in Les Cayes werden ausgebessert.

Stufe 3: Wiederaufbau der landwirtschaftlichen Produktion
haiti2Der Wirbelsturm hat die Ernte zu 80% zerstört, viele Nutztiere getötet. Verhängnisvoll gestaltete sich auch die langsame Zuggeschwindigkeit des Hurrikans, die neben den Zerstörungen durch den Sturm enorme Niederschlagsmengen und Überschwemmungen zur Folge hatte, so dass ganze Felder weggespült wurden. Aufgrund der Verknappung der Lebensmittel steigen die Preise ins Unermessliche – viele Familien können sich das Lebensnotwendige nicht mehr leisten. Es droht eine Hungersnot.
Damit die landwirtschaftliche Produktion möglichst schnell wieder aufgenommen werden kann, werden an 500 Kleinbauern Saatgut und Landwirtschaftsgeräte verteilt. Dies ermöglicht eine Ernte nach drei bis vier Monaten, trägt zur Versorgung bei und gibt den begünstigten Bauern ein Einkommen.

Stufe 4: Übernahme des Schulgeldes für 143 Auszubildende
Am Ausbilzungszentrum der Salesianer Don Boscos, dem «Centre Diocésan d‘Arts Ménagers (CDAM)» besuchten vor der Katastrophe 143 junge Frauen und Männer berufsbildende Kurse in Haushaltführung, Bauhandwerk, Metallbau, Zimmerei, Landwirtschaft. Aufgrund der Zerstörungen des Wirbelsturms haben ihre Familien alles verloren und sind nicht mehr in der Lage, die Schulgebühren für das laufende Jahr zu bezahlen. Für diese 143 jungen Menschen sollen die Schulgelder übernommen werden, damit sie ihre Ausbildung abschliessen können.


Hintergründe

Betroffene Gebiete

Betroffen ist vor allem der Südwesten des Landes mit den Regionen Les Cayes und Jacmel. Dort hat die langsame Zuggeschwindigkeit des Hurrikans zusätzlich für grosse Schäden gesorgt, denn diese brachte neben den Zerstörungen durch den Sturm auch enorme Niederschlagsmengen und Überschwemmungen mit sich. Die Schäden an der Infrastruktur sind immens: Strassen wurden weggeschwemmt, Brücken zerstört und das Strom- und Kommunikationsnetz ist ausgefallen. Es gibt Gebiete, die selbst zwei Wochen nach dem Sturm noch von der Umwelt abgeschnitten waren.

Die Menschen in der Gegend um Les Cayes haben vieles (wenn nicht alles) verloren. Die meisten Holzhäuser haben der Wucht des Wirbelsturms nicht standgehalten. Selbst Steinhäuser sind teilweise eingebrochen oder haben zumindest kein Dach mehr. Was dann noch stand, wurde durch die Flut weggespült oder mit einer Schicht aus Schlamm, Unrat und Feuchtigkeit überzogen.

Bildgalerie von den Schäden an Gebäuden. Die Menschen helfen sich mit Zelten und waschen sich und ihr Geschirr an Wassertümpeln:

Bedenklicher Zustand der Landwirtschaft

Hurrikan Matthew hat mit der südlichen Region Haitis «Lebensmittelkammer» getroffen, und damit das Herz des Landes.haiti_nothilfe_donbosco_zerstoertesfeld 80 % der Felder sind verwüstet, tausende Nutztiere sind verendet.

«Das ist die fruchtbarste Gegend des Landes, und nun ist alles zerstört. Es gibt nichts mehr, keine Felder, kein Essen. Es ist eine echte humanitäre Katastrophe.», sagt Pater Victor Auguste, der salesianische Vizedirektor der Fondation Rinaldi in Port-au-Prince nach einem Besuch des betroffenen Gebiets. Es droht eine Hungersnot.

Situation der salesianischen Einrichtungen

haiti_nothilfe_donbosco_einrichtunglescayesDie Salesianer Don Boscos sind in Haiti an acht Standorten tätig. Einzig die Einrichtung in Les Cayes (eine Hauswirtschaftsschule mit Jugendzentrum) lag in der Zugbahn des Hurrikans. Die Salesianer melden dort folgende Schäden:

  • Das Eingangstor ist zusammengebrochen
  • Der Stromtransformator ist defekt
  • Im Garten steht kein einziger Baum mehr, die Beete sind zerstört
  • Alle Nutztiere (Kühe, Geissen, etc.) sind tot
  • Das Verwaltungsgebäude ist beschädigt (Wasserschäden, u.a. auch an IT-Infrastruktur)

Nach den dringenden Nothilfemassnahmen wird ein strukturierter und wohlüberlegter Wiederaufbau der Einrichtung in Les Cayes vorgenommen werden.

Akuter Handlungsbedarf

Der derzeit dringendste Handlungsbedarf liegt darin, die Menschen mit sauberem Wasser und Lebensmitteln zu versorgen. Geschieht dies nicht, drohen die Cholera-Fälle, die das Land schon seit 2010 beschäftigen, massiv anzusteigen. Cholera wird über verschmutztes Wasser übertragen. Der Cholera-Bakterienstamm von Haiti kann – wenn nicht behandelt – innert weniger Stunden zum Tod führen. Entsprechend wichtig ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Auch Lebensmittel müssen in die betroffene Region geschafft werden, denn der Wirbelsturm hat die meisten Vorräte und Lebensmittelläden vernichtet.
In einem zweiten Schritt ist auch die Wiederherstellung von Unterkünften wichtig, sodass die Menschen wieder ein Dach über dem Kopf haben.

Konkrete Hilfsmassnahmen

Im Detail streben die Salesianer Don Boscos folgendes an:

  • Verhinderung einer Ausbreitung von Cholera durch Aufbereiten und Verteilen von sauberem Trinkwasser
  • Versorgung von 400 Familien mit Lebensmittelpaketen
  • Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung durch tägliche Versorgung von 3000 notleidenden Kindern und Jugendlichen mit einer warmen Mahlzeit in der SDB-Schulkantine von Les Cayes
  • Hilfe zum Wiederaufbau der Häuser durch Verteilen von Baumaterial
  • Verteilung von Samen und Landwirtschaftsgeräten an (Klein-)Bauern, damit nach drei bis vier Monaten wieder geerntet werden kann
  • Wiederaufbau der salesianischen Einrichtung in Les Cayes

Aktuell

Aktuell verteilen die Salesianer Don Boscos bereits Lebensmittel, die 3‘000 Menschen für mehrere Tage verpflegen sollen. Schon in der ersten Woche nach dem Erdbeben ist ein erster Lastwagen mit 400 Lebensmittelpaketen mit Reis, Bohnen, Lachs, Zucker, Olivenöl, Milch und Seife von Port-au-Prince nach Les Cayes gefahren und hat diese dort verteilt.

Bildgalerie von den Vorbereitungen für die erste Auslieferung von 400 Lebensmittelpaketen von Port-au-Prince nach Les Cayes:

Des Weiteren besitzen die Salesianer Don Boscos in Les Cayes eine Wasseraufbereitungsanlage, mit der sie bisher Trinkwasser zur Selbstversorgung generiert hatten. Überschüsse wurden abgefüllt und in der Nachbarschaft verkauft. Angesichts der Notsituation läuft diese Wasseraufbereitungsanlage (die glücklicherweise beim Sturm nicht beschädigt wurde) nun ununterbrochen und das Wasser wird kostenlos an die Bevölkerung verteilt. Täglich werden 500 bis 600 Gallonen produziert (ca. 2000 Liter). Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Cholera geleistet.
Die Kosten dieser Nothilfemassnahmen belaufen sich schätzungsweise auf rund 105’000 Franken. Helfen Sie uns dabei, den Menschen Haiti in dieser schwierigen Situation beizustehen. Nach dem Erdbeben 2010 steht das Land erneut unverschuldet vor dem Nichts. Bitte spenden Sie mit dem Vermerk HAI 16-109. Danke.

 

Dürre in Äthiopien – Lebensmittelhilfe für hungrige Kinder – Projekt AET 16-052

AET_16-052_Bosco_Aethiopien_2Äthiopien leidet unter den Folgen der schwersten Dürre seit 50 Jahren, verursacht durch das verheerend starke Klimaphänomen El Niño. Im vergangenen Sommer hat es fast gar nicht geregnet – und wenn, dann viel zu kurz und zu wenig. Das Korn verdorrte auf den Feldern, Flüsse und Brunnen trockneten aus. Hirten mussten hilflos zusehen, wie ihre Tiere verendeten. Rund 10 Millionen Menschen, mehrheitlich Bauern und Nomaden, stehen ohne Lebensgrundlage da und leiden Hunger. Gemäss der UNO brauchen 8,2 Millionen Menschen dringend Notfallnahrungsmittel!

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Im vergangenen Mai hat es in gewissen Regionen Äthiopiens endlich wieder geregnet – so stark, dass es Überschwemmungen und Springfluten gab, in denen noch mehr Tiere verendeten und Häuser zerstört wurden. Die Zisternen und Brunnen sind endlich wieder voll. Doch während die Täler wieder ergrünen und die Bauern ihre Saat aufgehen sehen, geschieht das, was man in Äthiopien den «grünen Hunger» nennt; denn die Zeit bis zur nächsten Ernte ist lang und die Vorratsspeicher sind leer. Diese Periode gilt es nun zu überbrücken.

Deshalb helfen die Salesianer Don Boscos den Menschen im Osten Äthiopiens mit Lebensmitteln und Energiekeksen, die sie sofort essen können. Sie verteilen die Lebensmittel in ihren Einrichtungen – vor allem in Kindergärten, Schulen, Ausbildungs- und Gesundheitszentren – und erreichen so täglich rund 6000 Mädchen und Buben. Ausserdem wird ein Brei verteilt, der mit wichtigen Nährstoffen angereichert ist. Dieses Essen hilft, dass die unter- und mangelernährten Kinder wieder zu Kräften kommen.

Mehr Informationen zur Hungersnot in Äthiopien finden Sie in unserem Spendenaufruf (PDF) vom Juli 2016.

Die Kosten dieser Nothilfemassnahmen belaufen sich auf monatlich 25’000 Franken. Gemeinsam mit unseren Partnerhilfswerken in Italien und Deutschland führen wir die Hilfe so lange weiter, bis sich die Situation in Äthiopien wieder entspannt.

Bitte helfen Sie uns dabei, den Menschen in Ostafrika in ihrer unverschuldeten, lebensbedrohlichen Situation beizustehen. Spenden Sie mit dem Vermerk AET 16-052. Danke.

 

Indien – Nothilfe für die Flutopfer vom Dezember 2015 – Projekt INM 15-102

Innert weniger Stunden regnete es mehr als sonst in einem ganzen Monat: Heftige Regenfälle haben im Dezember 2015 im Süden Indiens zu verheerenden Überschwemmungen geführt. Die Strassen der Millionenstadt Chennai standen teilweise 3 Meter tief unter Wasser. Auch die südlich von Chennai gelegene Region um die Stadt Cuddalore ist schwer von den Unwettern betroffen und erhält dort mangels medialer Berichterstattung eher wenig Hilfe. Die Salesianer Don Boscos leisten Nothilfe.

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Bis jetzt mussten schätzungsweise 400’000 Menschen in Tamil Nadu wegen den Überschwemmungen ihr Zuhause verlassen. Die Distrikte Cuddalore und Chennai wurden dabei am schlimmsten getroffen. Gemäss den Schilderungen der Salesianer vor Ort hat bis jetzt hauptsächlich Chennai Hilfe erfahren, da der Fokus der Medien auf dieser Grossstadt liegt – und das, obwohl Cuddalore gleich oder sogar schlimmer betroffen ist.

In der Region Cuddalore leben hauptsächlich Menschen der untersten Sozialschichten sowie des Mittelstandes. Einmal mehr hat es die Schwächsten am härtesten getroffen: 90% der zerstörten Häuser, Tierbestände und Getreidebestände gehören Dalit-Familien – den sogenannten «Unberührbaren». Der Grund liegt darin, dass die Häuser der Dalits sich am Rande der Dörfer befinden und oft in der Nähe von Gewässern liegen. Die meisten Menschen sind durch den Übertritt des Sengla-Kanals betroffen. Insgesamt sind 94 Gewässer (Kanäle, Flüsse, Weiher, etc.) über die Ufer getreten!Es stehen rund 100’000 Menschen in der Region ohne Zuhause oder Kleider zum Wechseln da. 38’000 Hektaren Landwirtschaftsland wurden zerstört und stehen noch unter Wasser. Die Stromzufuhr ist unterbrochen und das Strassennetz ist ebenfalls nicht mehr intakt, was die Koordination und das Verteilen von Hilfsmaterial zusätzlich erschwert.

Die Salesianer der Provinz Tiruchy leisten in der Region Cuddalore Hilfe:

  • In einer ersten Phase wird direkte Nothilfe geleistet: Essen, Milchpulver und Trinkwasser werden verteilt. Ausserdem werden Rettungsteams unterstützt, um die Menschen in Sicherheit zu bringen.
  • In der zweiten Phase hilft man den zehn am härtesten getroffenen Dörfern. Es werden 500 Nothilfeboxen mit Lebensmitteln, Decken, Kleidung, Kerzen, Insektenschutz sowie einer Plastikplane verteilt. Schätzungsweise 1000 Kinder brauchen neues Schulmaterial. Medikamente zur Verhinderung von Epidemien werden dringend benötigt. Die Salesianer Don Boscos arbeiten diesbezüglich mit den lokalen Krankenstationen zusammen, brauchen jedoch Geld für die Beschaffung der Medikamente.

Die Gesamtkosten dieser Nothilfemassnahmen belaufen sich auf 67’000 Franken. Bitte helfen Sie den Überschwemmungsopfern von Cuddalore. Spenden Sie mit dem Vermerk INM 15-102. Danke.

 

Syrien – Jugendarbeit in Zeiten des Bürgerkriegs – Projekt MOR 15-080

Der Bürgerkrieg in Syrien stellt das Land vor enorme Herausforderungen und führt zu einem riesigen Flüchtlingsstrom. Trotz der schwierigen Situation sind die Salesianer Don Boscos weiterhin vor Ort und sind da für jene, die bleiben. Mit Freizeitaktivitäten und Gottesdiensten geben Sie den Menschen Hoffnung und selten gewordene Momente des Friedens und der Gemeinsamkeit. Damit diese wertvolle Tätigkeit weitergeführt werden kann, benötigen die Salesianer Unterstützung.

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In Syrien ist nur noch wenig so, wie es früher einmal war. Bombenangriffe und scheinbar endlose Gewalt säen Furcht und Hoffnungslosigkeit. Der Krieg hat zu einem inflationären Anstieg der Preise und zu einem Kollaps der Wirtschaft geführt. Die Konsequenz: Arbeitslosigkeit und viel zu hohe Lebensmittel- und Heizölkosten. Vor allem während der Wintermonate, wenn die Temperaturen regelmässig unter den Gefrierpunkt fallen, bereitet das grosse Sorgen. Die Wasser- und Stromversorgung ist nicht gesichert. Die meisten Schulen sind entweder zerstört oder aus Sicherheitsgründen geschlossen. 2,8 Millionen Kinder können keinen Unterricht mehr besuchen. Kein Wunder, verlassen viele Menschen das Land.

Die Salesianer Don Boscos bleiben trotz allem in Syrien. Sie leiten in Damaskus eine Pfarrei und ein Jugendzentrum und betreuen die christliche Bevölkerung der ganzen Stadt. Mit den muslimischen Nachbarn pflegen sie ein freundschaftliches Verhältnis. Jedoch greift die Furcht vor fundamentalistischen und terroristischen Gruppen in der christlichen Gemeinschaft zunehmend um sich.

Mit Freizeitaktivitäten schenken die Salesianer Don Boscos den Menschen in dieser schwierigen Situation wertvolle Momente der Freude, der Entspannung und der Hoffnung. Dank dieser Momente fällt die Botschaft des Friedens und der Versöhnung auf fruchtbaren Boden. Wenn man bedenkt, dass die Zerstörung des Krieges und die Bildungslücke der heranwachsenden Generation Syrien künftig vor enorme Herausforderungen stellen wird, ist es umso wichtiger, dass die Jugendlichen eine Möglichkeit zum friedlichen Zusammenkommen und zum Rückzug in ein sicheres Umfeld haben. Denn solche Momente prägen die Einstellung jener, welche die Aufgabe haben, das Land nach dem Krieg wieder aufzubauen. Es ist wichtig, dass sie Frieden und Nächstenliebe im Herzen tragen.

Weitere Informationen zur Lage in Damaskus finden Sie im Brief aus Syrien von Pater Simon Zakerian.
Eindrückliche Erzählungen von drei Salesianern in Aleppo (Stand: 29. Februar 2016) finden Sie hier.
Wir unterstützen das Jugendzentrum von Damaskus mit Kleidern und Beiträgen für Schulgebühren und Freizeitaktivitäten. Mit einer Spende mit dem Vermerk MOR 15-080 helfen Sie uns dabei. Danke.

 

Nepal – Nothilfe nach dem zerstörerischen Erdbeben (25. April 2015) – Projekt INC 15-029

Am Samstag, dem 25. April 2015, wurde Nepal um 11:56 Uhr Ortszeit von einem heftigen Erdbeben der Stärke 7,9 erschüttert. Zahlreiche Nachbeben folgten. Mittlerweile wird von über 5000 Toten ausgegangen, die Opferzahlen steigen jedoch täglich. Hunderttausende Nepalesen sind obdachlos oder wollen aus Angst vor Nachbeben nicht in ihre Häuser zurückkehren und campieren auf der Strasse. Sie brauchen unsere Hilfe!

Mehr Informationen finden Sie in unserem Fokus Nepal

 

Bangladesch – Nothilfe und Wiederaufbau nach Überschwemmungen (21. September 2014)

Frau mit Sohn vor HausIm September 2014 ist im Norden Bangladeschs wegen sehr starker Regenfälle der Fluss Someswari in verschiedenen Regionen über die Ufer getreten und hat zu immensen Überschwemmungen geführt. Das Wasser stand teilweise bis zu zwei Meter hoch und viele Menschen verloren ihr ganzes Hab und Gut. Die Salesianer Don Boscos halfen sofort – und verteilten Lebensmittel und Kleidung. Bauern und Fischzüchtern stellten sie Jungfische sowie neues Saatgut für Reis zur Verfügung, um die langfristige Nahrungsmittelversorgung zu sichern. Nun geht es darum, 91 Familien beim Wiederaufbau ihrer Häuser zu unterstützen. Sie leben zur Zeit in notdürftig mit Bambus reparierten Unterkünften und brauchen dringend ein neues Zuhause.

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Die älteren Leute im Dorf sagen, dass sie noch nie in ihrem Leben eine solch starke Überschwemmung gesehen haben. Der Wasserpegel war nochmals 40 Zentimeter höher als der bisherige Rekordwert. Hinzu kam zum ersten Mal eine starke Strömung, die alles mit sich riss, was nicht niet- und nagelfest war.

Das Bild nach der Überschwemmung ist niederschmetternd: Die Lehmwände der Häuser sind einfach eingeknickt oder gar nicht mehr da. Stattdessen liegen Berge von Schlamm und Schutt in den Dörfern Garauna, Hariunda, Sainadol, Baroipara und Bhennakanda. Die Reisfelder sind ruiniert – alles muss neu gesät werden. In der betroffenen Gegend im Norden Bangladeschs gibt es viele kleine Fischzuchtbetriebe. Doch die Fische sind alle von den Fluten des Someswari weggespült worden.

Nothilfe der Salesianer Don Boscos:
Angesichts der grossen Not und Verzweiflung der Bevölkerung sind die Salesianer Don Boscos sofort aktiv geworden. Sie haben ihre Räume zu Notunterkünften umfunktioniert und konnten dank Spenden von Partnern und Privatpersonen für den ersten Bedarf an Nahrungsmitteln, Kleidern, Saatgut und Jungfischen aufkommen.

Es wurden unter anderem Hülsenfrüchte, Reis, und Koch-Öl verteilt. Mit dem Saatgut und der Unterstützung der Fischzucht kann die Nahrungsmittelsicherheit langfristig gewährleistet werden.

Das Projekt zum Wiederaufbau:
In den fünf von der Überschwemmung betroffenen Dörfern sind insgesamt 91 Häuser eingestürzt. Momentan haben die Familien ihre Unterkünfte notdürftig mit Bambus repariert. Zum Teil wohnen sie unter halb eingestürzten Dächern. Ein Zuhause kann man das sicherlich nicht nennen, doch es ist kein Geld zur Reparatur da. Im Gegensatz zur Schweiz gibt es in Bangladesch auch kein Versicherungssystem – wenn das ganze Hab und Gut weggespült worden ist, bleibt den Betroffenen nur die bittere Armut.

Die Salesianer Don Boscos helfen: Sie finanzieren den Wiederaufbau der 91 Häuser. Um sicherzustellen, dass die Häuser in Zukunft vor Überschwemmungen gewappnet sind, müssen die Häuser mit Backsteinen, einem Stahlkonstrukt (Stahltüren und -Fenster) und einem sturmsicheren Blechdach gebaut werden. Der Boden wird einen Meter über der Geländeoberfläche gebaut werden und besteht aus Walzbeton. Damit die Lebensmittel vor zukünftigen Fluten besonders sicher gelagert werden können, wird in jedem Haus ein 2,5m hohes Betonregal eingebaut. Die geplanten Häuser haben drei Zimmer und sind 9 Meter lang und 5 Meter breit, wovon ein Teil für eine Veranda verwendet wird. Pro Haus fallen Kosten von 6300 Euro an.

Bauplan 50m-Haus
In den Dörfern wurden Komitees zur Koordination des Wiederaufbaus und zur gerechten Verteilung der Hilfe gegründet. Die betroffenen Familien helfen beim Transport der Materialien und bei anderen Arbeiten bestmöglich mit.

Die Bauarbeiten können nach dem Monsunregen von November bis Februar getätigt werden.

Die Menschen in Bangladesch brauchen Ihre Hilfe. Sie können hier für dieses Projekt spenden. Vermerken Sie dazu bitte die Projektnummer INC 14-104. Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!

 

Philippinen – Nothilfe nach dem Taifun Haiyan (8. November 2013)

Der Taifun Haiyan fegte im November 2013 mit Böen von über 300 Kilometern pro Stunde über die Philippinen. Damit war er der weltweit schwerste Sturm seit vielen Jahren. Im Vergleich dazu hatte Hurrikan Katrina, der 2005 den Südosten der USA verwüstete, «nur» 280 Kilometer pro Stunde erreicht. Mehrere Millionen Menschen verloren ihr Dach über dem Kopf, Flughäfen wurden zerstört und Strassen verschüttet, abgelegene Inseln von der Aussenwelt abgeschnitten. Wenige Monate später herrscht nun auch die traurige Gewissheit, dass 5719 Menschen während dem Sturm ihr Leben verloren. 1779 werden noch immer vermisst. Die Salesianer Don Boscos halfen nach der Katastrophe mit der Verteilung von Lebensmittelpaketen.

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Die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern haben während des Sturmes zahlreiche Menschen aufgenommen. So fanden 800 Menschen Schutz in der Schule «Maria Ausiliatrice» in Cebu, wo sie mit Lebensmitteln versorgt wurden. Sofort nach dem Taifun haben die Salesianer Don Boscos damit begonnen die Nothilfemassnahmen in der Region zu unterstützen. Die Don Bosco Zentren im ganzen Land schnürten Hilfspakete, die aus zwei Kilogramm Reis, Nudeln, Bohnen und Wasser bestanden.

Dank der Grosszügigkeit und dem Mitgefühl der Spender konnte die JuWe diese Hilfsaktion mit 20’000 CHF unterstützen, welche umgehend an die Salesianer Don Boscos in Cebu City (Philippinen) überwiesen worden sind. Pater Militante – der Provinzial – zeigt in seinem Brief und mit Fotos auf, wofür das Geld verwendet worden ist:

 

Lieber Pater Toni und Patrick
Vielen Dank für die Erinnerung. Wir haben die CHF 20’000 erhalten, die Sie uns über die Citibank überwiesen haben.

Wir danken Ihnen sehr für die Hilfe. Unsere Hilfsmassnahmen in vier verschiedenen Regionen dauern nun bereits seit drei Wochen und wir werden diese Massnahmen solange aufrecht erhalten als sie erforderlich sein werden. Als Salesianer Gemeinschaft haben wir uns auch zur Herausforderung des Wiederaufbaus verpflichtet. Diese Hilfe beinhaltet den Aufbau neuer Häuser, Wiederaufbau und Reparaturen und im Weiteren die betroffenen Menschen zu begleiten und sie zu unterstützen, damit sie sich in ihrem Leben wieder zurechtfinden werden.

Wir wären dazu nicht in der Lage, wenn wir nicht von Institutionen unterstützt würden, wie die Jugendhilfe Weltweit. Wir sind zu tiefst dankbar für dieses Zeichen gelebter und praktizierter Solidarität.

Möge Gott Sie behüten. Seien Sie unseres Gebetes gewiss.
Mit herzlichen Grüssen Don Boscos

Father George P. Militante SDB
(Provinzial)

 

 

PHILIPPINEN – Wiederaufbau nach dem Taifun Haiyan (FIS 13-040) – ZWISCHENBERICHT

Schon sehr schnell nach der Katastrophe – noch während sie und ihre zahlenreichen Helfer Lebensmittelpakete und andere Hilfsgütern an die notleidenden Familien verteilten – haben die Salesianer Don Boscos in Abstimmung mit den lokalen Behörden und anlehnend an den „Hyogo“ Aktionsplan der Vereinten Nationen ein umfangreiches Wiederaufbauprojekt ausgearbeitet. Über dessen Fortschritt berichten wir hier.

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Das Wiederaufbauprojekt der Salesianer Don Boscos verfolgt vier Hauptziele:

ERSTENS: Gewährleistung einer menschenwürdigen Unterkunft durch die Reparatur von 2300 stark beschädigten Häusern und Hütten in den Regionen Aklan, Leyte und Nord-Cebu
Der Wiederaufbau ist seit Anfang des Jahres in vollem Gange. Für die Reparatur der Wohnhäuser wurden vor allem Wellblech und Sperrholz verteilt. Ende Mai 2014 hatten bereits 1193 Haushalte Baumaterial erhalten. 674 Haushalte sollten im Folgemonat (Juni 2014) ebenfalls beliefert werden.

ZWEITENS: Bau von 700 Übergangshäusern an Orten, wo eine Gebäudereparatur nicht mehr möglich ist (Insel Bantayan und Provinz Eastern-Samar)
Die Insel Bantayan und die Provinz Eastern-Samar waren besonders stark vom Taifun betroffen. Hier sind die Häuser so stark beschädigt, dass eine Reparatur in vielen Fällen nicht mehr möglich ist. Für diese Menschen, die seit der Katastrophe im November in Zelten leben müssen, werden einfache Holzhäuser errichtet. Die Salesianer Don Boscos rechnen damit, dass diese sogenannten „Übergangshäuser“ mehrere Jahre halten werden. Seit Projektbeginn wurden von den geplanten 700 Häusern 290 errichtet. Auf Bantayan Island werden diese einfachen Unterkünfte von Auszubildenden der Don Bosco Berufsschule Liloan / Cebu gebaut, die mit ihrem Ausbildner gemeinsam an den Häusern arbeiten. Dank der Arbeit mit den Lehrlingen kann die immense Nachfrage nach Zimmerleuten in den Philippinen zumindest teilweise gedeckt werden. Den jungen Männern bietet die Ausbildung zudem eine gute Zukunftsperspektive als Handwerker.

Die Reparatur der Häuser und Hütten und die Errichtung der Übergangshäuser bedeuten den Beginn der Rückkehr zur Normalität für rund 9000 Menschen.

DRITTENS: Instandsetzung von schwer beschädigten Schulen für eine möglichst rasche Weiterführung des Unterrichts
FIS 13-040 - Wiederaufbau_Entwurf Schul- und SchutzgebäudeDie Salesianer Don Boscos haben in Absprache mit den örtlichen Behörden fünf öffentliche Primarschulen in den Provinzen Leyte, Samar und auf der Insel Bantayan für die Errichtung spezieller sturmsicherer Gebäude ausgewählt. Diese können regulär als Schulgebäude und Mehrzweckräume genutzt werden. Im Fall von weiteren Taifuns oder Überschwemmungen dienen sie jedoch als Evakuierungszentren und sind ausgestattet mit Notfallgeräten – vor allem Kinder können so rasch in Sicherheit gebracht werden. Die Baubewilligungen wurden ausgestellt und bald kann mit dem Bau begonnen werden. Im Bild sehen Sie einen Entwurf der geplanten Gebäude.

VIERTENS: Wiederaufbau des fast völlig zerstörten Dorfes Candahug (Gemeinde Palo – Provinz Leyte)
Geplant ist der Bau von 360 neuen Wohnhäusern mit Schutzräumen, die Instandsetzung der örtlichen Schule sowie die Etablierung einer Katastrophenvorsorge in Candahug, einem Dorf, das durch den Taifun Haiyan komplett zerstört worden ist.
Bisher wurden 50 robuste Wohnhäuser (die Betonwände sind verstärkt mit Fiberglas) fertiggestellt und konnten von ihren Besitzern bezogen werden. Zu jedem Haus wurde ein separater, sturmresistenter Schutzraum gebaut, der im Alltag als Sanitärraum dient. Die nächsten 50 Häuser sind bereits im Bau und werden in den kommenden Wochen bezugsfertig sein.
Durch Erste-Hilfe-Trainings werden Gesundheitsbeauftragte aus der ganzen Region darin geschult, im Fall von weiteren Katastrophen schnell und richtig helfen zu können.


Die philippinische Bevölkerung ist nach wie vor auf Ihre Unterstützung angewiesen. Spenden mit dem Vermerk FIS 13-040 fliessen direkt in den Wiederaufbauprozess vor Ort. Vielen herzlichen Dank!