Nothilfe für die Opfer der Überschwemmungen in Kerala

Indien: Kerala - INK 18-033

Der südwestliche Bundesstaat Kerala in Indien ist von den schlimmsten Regenfällen seit mehr als 100 Jahren betroffen. Hunderte sind gestorben, Schätzungen gehen von ca. einer Million Menschen aus, die von der Katastrophe betroffen sind. Die Salesianer Don Boscos reagierten sofort. Dank der grosszügigen Unterstützung unserer Spenderinnen und Spendern konnten die Salesianer fast 40 000 Betroffenen mit Notunterkünften, Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser, Medikamenten und Hygieneartikeln helfen.

Inzwischen ist das Wasser wieder abgeflossen und die Wiederaufbauarbeiten haben begonnen. Vor Ort helfen Freiwillige dabei, Häuser zu putzen und die Stromversorgung wiederherzustellen, damit die Menschen schnellstmöglich in ihre Häuser zurückkehren können. Es bleibt noch viel zu tun.

Unterstützen Sie die Wiederaufbauhilfe nach dieser Katastrophe mit einer Spende auf Postkonto 60-28900-0 mit dem Vermerk INK 18-033. Vielen Dank!

Spenden

 
Die Don Bosco Jugendhilfe Weltweit unterstützt das Projekt in dieser akuten Not mit 50 000 Franken. Zusammen mit den Partnern und der betroffenen Bevölkerung vor Ort sind wir dabei, den Wiederaufbau zu planen.

Im August 2018 erlebte der indische Bundesstaat Kerala sintflutartige Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche. Landesweit wurden Kulturen/Pflanzungen zerstört, tausende Nutztiere verendeten – es wird mit Ernteausfällen und Nahrungsmittelengpässen gerechnet. Auch die Infrastruktur wurde beschädigt. So sind Brunnen und Wasserquellen durch die Flutung mit dreckigem Regenwasser vorübergehend nicht mehr nutzbar. Nach ersten Schätzungen verloren mehr als 1 Million Menschen ihr Zuhause und mussten in Notunterkünften untergebracht werden. 40 Flüsse traten über die Ufer; 37 Wasserreservoire mussten auf Grund des grossen Wasserdruckes ihre Schleusen öffnen. Über 80 Dämme an Seen und Flüssen hielten den Wassermassen nicht stand.

Betroffene Region

Der von den Fluten betroffene Bundesstaat Kerala ist grau hinterlegt. Die Nothilfemassnahmen der Salesianer finden an den blauen Standorten statt. Logistisches Hauptquartier für die Nothilfeintervention ist Sultan Bathery, hier rot hinterlegt. Die Koordination läuft über das Projektplanungsbüro BREADS in Bangalore (orange). ©Google


Viele Betroffene verlieren durch die Überflutungen ihre gesamte Lebensgrundlage. Über 80 % der Fläche des Bundesstaates Kerala wird für die Landwirtschaft genutzt; gerade die Landbevölkerung, aber auch sozioökonomisch benachteiligte Stadteinwohner sind so besonders stark betroffen. Bis Ende der Monsunregenzeit ist ein Beginn der Wiederaufbaumassnahmen unwahrscheinlich, da das Wasser nur langsam abfliesst und der anhaltende Regen die Gefahr von weiteren Dammbrüchen verstärkt.

Die Salesianerprovinz INK mit Sitz in Bangalore koordiniert über ihr Projektbüro BREADS die Hilfsmassnahmen der Salesianer Don Boscos in Kerala. Ein Einsatzteam der Don-Bosco-Universität Sultan Bathery hat in einer Faktenfindungsphase den Bedarf an insgesamt 10 Don Bosco Einrichtungen in 8 Städten und Dörfern des Bundesstaates erhoben und mit der Betreuung von rund 24 000 Betroffenen begonnen. Schüler, Studenten und Jugendliche aus den Don Bosco Jugendgruppen engagieren sich dabei als freiwillige Helfer und leisten so vitale Unterstützung der Salesianischen Nothilfemassnahmen. Die Salesianer stehen in Austausch mit den lokalen Behörden, die vor Ort Nothilfemassnahmen koordinieren, sowie mit anderen kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Hilfsmassnahmen, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden.

Update Not- und Wiederaufbauhilfe

Stand 4.10.2018: Wiederaufbau, freiwilliges Engagement und psychologische Betreuung

Nach der ersten Phase der Nothilfe beginnen jetzt die Wiederaufbauarbeiten in vier Schwerpunktbereichen:

  • Instandsetzung der betroffenen Don-Bosco-Zentren und -Schulen durch Kauf von zerstörtem Material wie Möbel, Computer, Laborausrüstungen, Bibliotheken
  • Unterstützung der Schulen mit benötigtem Material wie Schulmappen, Uniformen, Notiz- und Lehrbüchern, Schulgebühren
  • Wiederaufbau der zerstörten Häuser
  • Programme zur Ernährungs- und Einkommenssicherung der Familien durch Kauf von Saatgut, Werkzeug und Tieren sowie Wiederinstandsetzung der Parzellen
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    Einsatz von Freiwilligen

    Mit der Kampagne #RebuildKerala können aus ganz Indien Freiwillige aus allen Don-Bosco-Institutionen in Indien animiert werden, vor Ort mit den Aufräumarbeiten zu helfen. Bis heute konnten über 400 Häuser gereinigt werden.
    Lernende der technischen Berufsschulen Don Boscos helfen bei der Wiederinstandsetzung der Stromversorgung mit.

    Von Schüler zu Schüler

    Mit der Kampagne «Von Schüler zu Schüler» zeigen junge Menschen in Mumbai und Bangalore Solidarität und soziales Engagement für die betroffenen Menschen. In den Schulen und über die sozialen Medien werden Schüler animiert, sich für die von den Überschwemmungen betroffenen Schüler einzusetzen. Es werden Rucksäcke, Schulbücher, Notizhefte, Schreibmaterialen und anderes Lernmaterial gesammelt, das von Schüler an Schüler gespendet wird.

    Psychologische Betreuung

    Beim Wiederaufbau sollen aber nicht nur die Schäden an den Häusern repariert werden. Die Menschen haben eine absolute Ausnahmesituation erlebt, die seelische Verletzungen hinterlässt. BREADS hat daher ein Team aus Ärzten, Psychologen, Sozialarbeitern, Lehrern, Berufsbildnern und freiwilligen Mitarbeitern eingesetzt, die sich ganzheitlich um die betroffenen Menschen kümmern und sie bei der Aufarbeitung des Erlebten unterstützen.


Stand 5.9.2018

Bis am 31. August 2018 erreichte die Salesianerprovinz in Banglaore 39 818 Menschen – mittels Rettungs- und Nothilfemassnahmen. Langsam fliesst das Wasser ab und Reinigungs- und und Wiederaufbauarbeiten laufen an. Die indische Regierung schätzt den Gesamtschaden auf über 2.5 Milliarden Franken. Deshalb ist ein umfangreiches Wiederaufbauprogramm für die Region in Bearbeitung.

Die Not ist gross – doch für die betroffene Bevölkerung ist es wichtig, möglichst schnell wieder zur Normalität zurückzukehren. Das bedeutet, dass die zu Notunterkünften umfunktionierten Don-Bosco-Zentren ihren regulären Schul- und Berufsbildungsbetrieb wiederaufnehmen und auch in ihren Sozialwerken marginalisierte Jugendliche betreuen können. Ebenso werden die Schäden an den betroffenen Gebäuden erhoben und repariert, um baldmöglichst deren funktionierenden Betrieb zu garantieren. Der Unterstützungsbedarf ist gross. So haben viele Familien das Wenige, das sie hatten, verloren. Den Kindern fehlen Notizbücher, Schreibmaterial, Schuluniformen. Es wurde alles von den Fluten weggespült. Mittelfristig soll auch die betroffene Bevölkerung beim Wiederaufbau unterstützt werden. Es ist geplant, ihnen bei der Beschaffung von Nutztieren (Kühe, Büffel, Geflügel, Schweine) oder beim Aufbau kleiner Gemischtwarenläden zu helfen. Wichtig ist es auch, Pflanzen, Saatgut und Arbeitswerkzeug zur Verfügung zu stellen und so dafür zu sorgen, dass die Familien sich selber ernähren und ihr Leben neu aufbauen können.


 
Alle Bilder © Salesianer Don Boscos.