Schutz und Reintegration für bedürftige Mädchen und Frauen

DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO: Goma - AFC 16-043-19

In der Demokratischen Republik Kongo terrorisierte jahrelang ein brutaler Bürgerkrieg die Menschen und stürzte sie in tiefste Armut und Not. Offiziell herrscht nun Frieden. Doch Rebellen, Milizen und die Armee quälen die Bevölkerung noch immer mit Raubzügen, Brandschatzung und Vergewaltigung. Die Salesianer im «Maison Marguerite» des Don-Bosco-Zentrums in Goma helfen Frauen, die Opfer von Gewalt wurden und die deshalb von ihrer Familie und der Gesellschaft verstossen wurden. Im Zentrum finden sie und ihre Kinder Schutz, Beherbergung und psychologische Betreuung.

Land/Ort: DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO – Goma
Projektnummer: AFC 16-043-19
Projektziel: Jungen Mädchen und Frauen aus Goma und den umliegenden Gebieten, die Opfer von sexueller Gewalt und sozialer Ausgrenzung geworden sind, Schutz, Unterkunft und Versorgung gewähren.
Projektwirkung: Jährlich finden rund 40 Frauen ihren Weg zurück ins Familienleben, in die Gesellschaft und in einen Beruf.
Mittelbedarf: 60 000 CHF pro Jahr

Hintergründe

Die Demokratische Republik Kongo

Reiches Land, arme Bevölkerung – das kennzeichnet die Demokratische Republik Kongo. Die ehemalige belgische Kolonie ist reich an Bodenschätzen, gleichzeitig leben in dem zentralafrikanischen Riesenreich von der Grösse Westeuropas ein Drittel der Menschen unter der Armutsgrenze. Krieg, Korruption und westliche Machtinteressen sind die Ursache. Mehrere Millionen Menschen sind im Bürgerkrieg um ihr Leben gekommen. Viele Frauen und Kinder haben in den gewaltsamen Auseinandersetzungen ihre Ehemänner und Väter verloren, wurden Opfer von Plünderungen und Gewalt. Durch die instabile Lage hat die Armut insgesamt zugenommen.

Die Situation in Goma (Provinz Nord-Kivu)

Auch in Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu an der Grenze Ugandas und Ruanda, hat der Krieg seine Spuren hinterlassen. Vor allem aus den ländlichen Gebieten, in denen die Kämpfe weiterhin andauern, flüchten tausende Menschen nach Goma, um dort Schutz zu finden und ein neues Leben anzufangen. Insbesondere Frauen und Mädchen sind in diesen Zeiten verstärkt gewalttätigen und sexuellen Übergriffen ausgesetzt. Die Folgen sind frühe Schwangerschaften, Zwangshochzeiten im Kindesalter, Schulabbrüche und Krankheiten. Sexualisierte Gewalt ist zu einer Waffe des Krieges geworden. Laut verschiedener Studien sind über 50 Prozent der Opfer Minderjährige. In den meisten Fällen von Vergewaltigung oder verfrühten Schwangerschaften werden die Mädchen von ihren Familien und der Gesellschaft verachtet oder sogar verstossen. In der Provinz Nord-Kivu herrschen starke Traditionen und christliche Werte vor, die Sex vor der Ehe und Abtreibung stark verurteilen. Viele der jungen Frauen landen daher auf der Strasse. Oftmals bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich mit Prostitution oder Gelegenheitsjobs den Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Salesianer Don Boscos in Goma

1997 wurde das Don Bosco Zentrum Ngangi (DBNG) in Goma gegründet, welches bedürftigen Kindern und Jugendlichen verschiedene Angebote und Einrichtungen anbietet. Seitdem konnten in Ngangi mehr als 60 000 Jugendlichen (und deren Familien) in problematischen Lebenssituationen geholfen werden. Auf dem Gelände befinden sich ein Kindergarten, eine Grundschule und eine weiterführende Schule. Zusammen mit dem Berufsbildungszentrum verfolgen die Salesianer ein präventives Ziel, indem sie verhindern wollen, dass die Jugendlichen kriminell werden oder sich paramilitärischen Gruppen anschliessen. Neben der Sicherung von Grundbedürfnissen ist Bildung der einzige langfristige Weg für die Menschen, ihre Traumata zu überwinden und ihr Land wieder aufzubauen. Darüber hinaus befinden sich auf dem Gelände mehrere Wohnheime für verwaiste und verlassene Strassenkinder.

Unsere Arbeit

Das «Maison Marguerite» ist ein Wohnheim im Don-Bosco-Zentrum Ngangi und wurde im Jahr 2009 gegründet. Es wurde erbaut, um dort rund 40 Kindermütter und ihre Babys aufzunehmen, die aufgrund der oben beschriebenen Problematiken kein Zuhause mehr haben. Während ihres Aufenthalts im «Maison Marguerite» erhalten die Mädchen und Frauen psychosoziale Betreuung zur Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Lebensgeschichte. Diese Aktivität wird von einem Psychologen, den Sozialarbeitern und den Erziehern des «Maison Marguerite» realisiert. Sie begleiten die Mädchen tagtäglich, bieten ihnen Möglichkeiten des Austauschs und Raum für Gespräche.

Ausserdem werden die Mädchen bei ihrer Zukunftsplanung unterstützt. Sie werden angeleitet Verantwortung für ihre neue Rolle als Mutter zu übernehmen, vor allem im Bereich der Säuglingspflege. Sie lernen einen Haushalt zu führen, mit Finanzen umzugehen und in jeglicher Hinsicht für sich und ihre Familie zu sorgen.
Sensibilisierung und Aufklärung sind ein weiter wichtiger Schritt ein geregeltes Leben zu führen. Es werden Themen wie Hygiene, Ernährung, Gesundheit, Säuglingspflege, Erziehung, Sexualität und Emotionalität sowie Kinder- und Menschenrechte und allgemeine Werte angesprochen.

Betreut werden diese Aktivitäten ebenfalls von einem Psychologen, als auch den Sozialarbeitern und den Erziehern der salesianischen Gemeinschaft.
Während den Mädchen zunächst Schutz, eine Unterkunft und gute Ernährung im «Maison Marguerite» geboten werden, beginnt gleichzeitig die Suche nach ihren Familien und ihrer Herkunft. Wenn es gelingt den Bezug zur Familie wiederherzustellen, wird diese auf der finanziellen Ebene durch Nahrungsmittel und Mikrokredite unterstützt und auf der psychosozialen Ebene durch eine intensive Betreuung. Auf diese Weise wird eine ermöglicht.


Helfen auch Sie mit, dass missbrauchte junge Frauen weiterhin Schutz finden. Spenden Sie mit dem Vermerk AFC 16-043-19 und geben Sie jungen Müttern und ihren Kindern eine Perspektive! Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie unsere Projektleiterin Désirée Schöpfer.