Trinkwasserversorgung und organische Lebensmittelproduktion

ARGENTINA: Nequén - ARS 17-005

Im Gebiet der Mapuche im westlichen Argentinien herrscht Wasserknappheit. Weniger Niederschläge pro Jahr und heisse Sommertage führen dazu, dass Quellen austrocknen. Die Familien in der Region legen lange Fussmärsche zurück, um Wasser für den täglichen Gebrauch zu holen.
Die Salesianer Don Boscos unterstützen diese Familien durch den Bau von Wasserleitungen, grossen Wassertanks und Gewächshäusern. Die Speicherung des Wassers soll garantieren, dass die Ernährungssicherheit das ganze Jahr gewährleistet ist und die Familien Lebensmittel anpflanzen können.

Land/Ort: ARGENTINIEN – Neuquén
Projektnummer: ARS 17-005
Projektziel: Verbesserung des Zugangs und der Speicherung von Wasser
Projektwirkung: Die Familien erhalten besseren und ständigen Zugang zu Wasser für den Konsum und die Landwirtschaft
Mittelbedarf: 12 700 CHF pro Jahr

Hintergründe

Die Mapuche Gemeinschaft «Agrupación Mapuche Linares» ist im Westen Argentiniens in der Provinz Neuquén angesiedelt. Das Gebiet liegt in den Anden und ist geprägt durch ein raues Bergklima mit harten Wintern. Die Gemeinschaft besteht aus 128 Familien. Sie leben in einfachen Lehmhütten und haben keinen Zugang zur Grundversorgung (Wasser und Elektrizität). Die Familien legen täglich mehrere Kilometer zu Fuss zurück, um Wasser zu holen. Der Anbau von Getreide, Früchten und Gemüse ist aufgrund der Wasserknappheit stark erschwert. Versuche, die Ernährungssicherheit durch den Anbau zu garantieren, wurden durch den Wassermangel immer wieder zunichte gemacht. Deshalb leben die Familien mehrheitlich von der Tierhaltung.

Die Familien der Mapuche Gemeinschaft verfügen nur über beschränkten Zugang zu Wasser. Einige verfügen über einen kleinen Wassertank, der an einer Grundwasserquelle angeschlossen ist. Dies reicht aber nicht aus, um den Bedarf zu decken. Die kleine Füllmenge (500l) ist schnell aufgebraucht. Ist der Tank leer, dauert es sehr lange, bis dieser durch die Grundwasserquelle wieder aufgefüllt ist. Andere Familien nutzen Wasser, das sie mit Eimern aus Bächen, Wasserlöchern und ungeschützten Quellen schöpfen. Der Transport von Wasser aus Quellen oder Bächen ist mit grossen Fussmärschen verbunden und stellt unter anderem ein Gesundheitsrisiko dar, da das Wasser durch streunende Tiere verunreinigt wird.

Das Klima in der Region hat sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. So gibt es weniger Niederschläge pro Jahr und extreme Hitzetage im Spätsommer oder Frostperioden im Spätfrühling. Geringerer Schneefall im Winter und heisse Sommer führen dazu, dass die Schmelzwassermengen nicht für die ganze Pflanzperiode ausreichen. So sind viele Familien gezwungen, mit ihren Tieren auf höher gelegene Weiden umzusiedeln, wo mehr Schnee gefallen ist und die Wiesen nährstoffreicher sind. Dies wiederum führt zu einer Übernutzung und fördert die Bodenerosion durch Wasser und Wind.
Viele Familien bewirtschafteten früher Produktionsflächen mit Gemüse, Früchten oder Getreide. Aufgrund der Wasserknappheit haben viele Familien diese Anbauflächen aufgegeben oder bewirtschaften nur noch einen kleinen Teil davon. Einige wenige Familien nutzen Gewächshäuser, um die Pflanzen vor dem rauen Klima zu schützen. In den Fällen, wo es den Familien gelungen ist, das Angepflanzte ausreichend zu bewässern, zeigen die Gewächshäuser sehr gute Resultate.

Unsere Arbeit

Die Salesianer Don Boscos, die ihren Sitz in Junín de los Andes haben, stehen mit der Mapuche Gemeinschaft in engem Austausch.
Vom Projekt werden 23 Familien direkt begünstigt, die der Mapuche Gemeinschaft Linares angehören und im Gebiet Nahuel Mapi Arriba leben. Indirekt begünstigt das Projekt weitere indigene oder bäuerliche Bewohner und Bewohnerinnen des Gebiets um Nahel Mapi Arriba. Sie sollen künftig über Tauschhandel oder Verkauf von der Ernte der Gemeinschaft Nahuel Mapi Arriba profitieren können.

Als ersten Teil des Projekts führten die Salesianer Don Boscos mit der Unterstützung von Freiwilligen und den Mitgliedern der Mapuche Gemeinschaft im Sommer 2017 eine Datenerhebung durch. Sie analysierten die Situation der Gemeinschaftsmitglieder in Bezug auf den Zugang zu Wasser und die Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Produktion für den Eigenkonsum. Ausgehend von den erhobenen Daten wurden die Bedürfnisse der einzelnen Familien bezüglich der Wasserversorgung erfasst und individuelle Massnahmen definiert.
Die einzelnen Familien wurden, je nach Bedürfnisse, in neun Gruppen eingeteilt. Bei zwei Gruppen wurden bereits 2017 Wasserreservoirs gebaut. Für jede der restlichen sieben Gruppen ist ein individuelles Zeitfenster vorgesehen. Aufgrund des rauen Klimas werden die Arbeiten nur in den Frühlingsmonaten stattfinden.

Errichtung einer Infrastruktur zur Wassergewinnung und Wasserspeicherung

Um den Zugang der Familien zum Trinkwasser zu verbessern, werden bei Quellen Grundwasserbrunnen installiert, Wasserreservoirs gebaut und Leitungssysteme zu den Häusern der Familien gelegt. Die Auswahl der Technologie geschah unter Einbezug der Mitglieder der Mapuche und deren traditionellem Wissen. Zudem wurden die Erfahrungen der Salesianer Don Boscos in ähnlichen Projekten, wie auch wissenschaftliche Erkenntnisse aus hydrogeologischen Studien miteinbezogen.
Wasserquellen werden mit einem Filtersystem versehen und eingezäunt, um zu verhindern, dass Tiere das Wasser verschmutzen. Durch Leitungssysteme wird das Wasser zu Wasserreservoiren transportiert. Je nach verfügbarem Platz werden die Wasserreservoirs zwischen 500 und 10 000 Liter fassen können. Diese werden entweder in den Boden eingelassen oder auf Podesten installiert.
Für die Leitungssysteme werden Schläuche aus hochwertigem PVC verwendet. Das robuste Material verhindert ein Bersten der Schläuche in den Wintermonaten.

Neue Bepflanzung der Anbauflächen

Das Projekt sieht vor, dass alle begünstigten Familien ihre Anbauflächen und Gärten dank des Zugangs zu Wasser bis zum Projektende während der Frühlings- und Sommermonate (September – März) erfolgreich bewirtschaften und ihre Erträge steigern können. Es ist vorgesehen, dass die Familien Gemüse und Getreide sowie Futtergras anbauen. Sie nutzen ökologische Produktionsmethoden und verzichten auf chemische Pflanzenschutzmittel. Dadurch verbessert ihre Versorgung mit Nahrungsmitteln und die Tierherden können mit genügend Futter versorgt werden.

Gewächshäuser

Auf den Grundstücken von neun Familien werden Gewächshäuser errichtet, welche die Gemüseproduktion vor Wettereinflüssen schützen. Da die Pflanzen nicht mehr der starken Witterung ausgeliefert sind, wird die Produktion stabiler, was die Versorgung der Familien verbessert.



Spenden Sie mit dem Vermerk ARS 17-005 und verhelfen Sie diesen Familien zu einer gesicherten Wasserversorgung! Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie unsere Projektleiterin Caroline Imesch.