Landkindern eine gute Schulbildung ermöglichen

BANGLADESCH: Lokhikul - INC 17-014

In der nordöstlichen Region Naogaon gibt es viele landlose Tagelöhner; die meisten gehören zu ethnischen Minderheiten und führen ein Leben in Armut. Für deren Kinder ist es nicht möglich, qualitativ gute Schulen zu besuchen, da diese zu weit weg sind und sich die Eltern den Transport nicht leisten können. Eine englischsprachige Schule in Lokhikul soll dieses Problem lösen und den Kindern durch hochwertige Bildung langfristig den Zugang zu einer gut bezahlten Arbeitsstelle ermöglichen.

Land/Ort: BANGLADESCH – Lokhikul
Projektnummer: INC 17-014
Projektziel: Bau einer qualitativ guten, englischsprachigen Schule in der ländlichen Region Naogaon.
Projektwirkung: Die Kinder und Jugendlichen erhalten eine qualitativ hochwertige Schulbildung und dadurch die Chance auf gut entlohnte Arbeit.
Mittelbedarf: 150 000 CHF

 


Hintergründe

Die Entstehung Bangladeschs steht in einem engen Zusammenhang mit dem muslimischen Glauben: nach der Unabhängigkeit Britisch-Indiens trennte sich die muslimische Region Bangladesch gewaltsam vom eher säkularen, hinduistischen Indien. Auch heute sind knapp 90 Prozent der Bevölkerung Muslime, 9 Prozent sind Hindus und circa 0.3 Prozent oder 500 000 Einwohner sind Christen. Da die Muslime mehrheitlich die Regierung kontrollieren, konzentriert sich deren Entwicklungsaktivität auf Regionen, die von Muslimen bewohnt werden. Trotzdem kann der Umgang zwischen Muslimen und Christen in Bangladesch als respektvoll und wenig problematisch bezeichnet werden, auch wenn die Regierung deren Arbeit genau beobachtet. Da die Salesianer Don Boscos ihren Bildungsauftrag unabhängig von Religion, ethnischer Zugehörigkeit und Geschlecht wahrnehmen, geniessen sie bei Staat und Bevölkerung mehrheitlich Anerkennung und Sympathie.

Der Nordwesten Bangladeschs zeichnet sich durch eine grosse ethnische Vielfalt aus: zahlreiche indigene Völker mit einem eigenen oder christianisierten Glaubenssystem bewohnen diese wenig entwickelte Region. Sie bezeichnen sich selbst als Adivasis, was übersetzt «erste Menschen» bedeutet. Obwohl sie von sich in Anspruch nehmen, die ersten Siedler der Region gewesen zu sein, ist ihre wirtschaftliche und soziale Situation bedeutend schlechter als in anderen Regionen.

Das Dorf Lokhikul, im ländlichen Distrikt Naogaon, ist ein gutes Beispiel für die vernachlässigte Aufbauarbeit der Regierung. Es liegt etwa 280 Kilometer und sechs Autostunden von Dhaka entfernt in unmittelbarer Nähe zu Indien. In dieser Region gibt es für die Einwohner keine Möglichkeit, eine qualitativ hochwertige Schule zu besuchen. Seit 2012 betreiben die Salesianer Don Boscos ein Wohnheim für Oberstufenschüler in Lokhikul.

Die ursprüngliche Idee dieser Einrichtung war es, Jugendlichen aus weit entfernten Dörfern eine Übernachtungsmöglichkeit zu bieten, während sie die umliegenden öffentlichen Schulen besuchen. Gegenwärtig wohnen 30 Jugendliche im Wohnheim. Da die Unterrichtsqualität an diesen Schulen jedoch zu wünschen übrig lässt, wurden die Salesianer Don Boscos vielfach von den Eltern gebeten, eine eigene Schule mit einem qualitativ hochwertigen Bildungsangebot (z. B. Unterricht auf Englisch) zu eröffnen. Eine solche Schule ermöglicht den Absolventen den Zugang zu besser bezahlten Stellen und dies kann langfristig der ganzen Region wirtschaftlichen Aufschwung bringen.

Unsere Arbeit

Im Jahr 2015 haben die Salesianer den Bitten der Eltern nachgegeben und einen englischsprachigen Kindergarten in den Räumlichkeiten des Wohnheims gestartet. Bereits im ersten Jahr besuchten 40 Kinder den Kindergarten; bald darauf konnte die Nachfrage nicht mehr gestillt werden. Damit das Wohnheim wieder seine eigentliche Funktion übernehmen kann und die Kindergartenkinder eine schulische Anschlussmöglichkeit haben, soll nun eine richtige Schule gebaut werden.

Mit diesem Projekt wird dieses Vorhaben ermöglicht. Es wird den Kindern von armen Kleinbauern und landlosen Tagelöhnern ermöglichen, eine

qualitativ hochwertige Grundbildung zu absolvieren und ihnen somit die Möglichkeit bieten, später eine gut bezahlte Arbeitsstelle zu finden. Die Schule wird dabei für alle benachteiligten Kinder und Jugendliche zugänglich sein – unabhängig von Herkunft, Religion und Geschlecht. Dadurch sollen interreligiöses Zusammenleben, Toleranz und Harmonie unter den verschiedenen ethnisch-religiösen Gruppen gefördert werden.

Das Schulgebäude wird in einer ersten Etappe den Unterricht von 270 Kindern und Jugendlichen ermöglichen. Es wurde jedoch so konzipiert, dass durch weitere Stockwerke die Kapazität erhöht werden kann. Die Schule wird langfristig alle Schulstufen abdecken, vom Kindergarten bis zur 10. Klasse – wobei alle Stufen in Englisch unterrichtet werden. Denn Englischkenntnisse sind in Bangladesch der Schlüssel zu einer guten Arbeitsstelle.




Helfen auch Sie mit, dass arme Landkinder eine Schule besuchen können. Spenden Sie mit dem Vermerk INC-17-014 und geben Sie diesen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive! Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie unsere Projektleiterin Désirée Schöpfer.