Berufsbildung für junge Frauen aus armen Verhältnissen

GUATEMALA: Guatemala-Stadt - CAM 12-023-20

Armut, Gewalt und Hoffnungslosigkeit prägen den Alltag vieler Menschen in Guatemala-Stadt. Die Salesianer Don Boscos eröffnen mit ihrem Bildungszentrum Perspektiven für junge Menschen, indem sie Berufskurse anbieten. Pro Jahr erreichen sie rund 1050 junge Frauen und Männer. Das Kursangebot und die Lehrpläne werden in Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen überprüft und aktualisiert, die Lehrpersonen weitergebildet. Eine Arbeitsvermittlungsstelle hilft mit, nach dem Abschluss eine Stelle zu finden oder sich selbständig zu machen.

Land/Ort: GUATEMALA– Guatemala-Stadt
Projektnummer: CAM 12-023-20
Projektziel: Junge Frauen und Männer aus Randgruppen der Gesellschaft, erlernen in kurzer Zeit ein Handwerk, das ihnen den Zugang zum formalen Arbeitsmarkt eröffnet oder es ihnen erlaubt, sich selbständig zu machen.
Projektwirkung: Die wirtschaftliche und soziale Situation junger Menschen, insbesondere von Frauen, verbessert sich, indem sie Zugang in den formalen Arbeitsmarkt erhalten. Dadurch verändern sich ihre Lebensbedingungen positiv und die (Jugend-)Arbeitslosigkeit wird reduziert.
Mittelbedarf: 130 000 CHF pro Jahr

Hintergründe

Leider ist in vielen Ländern der Welt das Bildungsangebot bescheiden, so auch in Guatemala. Am wenigsten Zugang zu Bildung haben Menschen, die in Armut leben, die Landbevölkerung, die Indigenen, die Frauen. Schätzungsweise befinden sich über 1,8 Mio. junge Guatemalteken zwischen 10 bis 19 Jahren ausserhalb des Schulsystems. Armut ist ebenso ein entscheidender Faktor, der Kinder und Jugendliche veranlasst, vorzeitig die Schule zu verlassen und stattdessen zu arbeiten, um mit ihrem bescheidenen Verdienst zum Familienunterhalt beizutragen. Sie schlagen sich als Saisonarbeiter, «fliegende» Händler oder mit Gelegenheitsjobs durch. Eine prekäre Wohnsituation, der Bildungs- und Gesundheitsnotstand sowie die Arbeitslosigkeit hinterlassen tiefe Spuren in der Gesellschaft. Die Folgen davon sind Kriminalität, Alkoholismus, Kinderarbeit und ein Leben auf der Strasse.

Frauenförderung zur Bekämpfung der Armut

Der Teufelskreis von Armut und Gewalt kann nur Bildung durchbrechen. Weltweit sind vielen jungen Menschen, und dabei insbesondere Mädchen und Frauen aus sozial schwachen Verhältnissen, der Zugang zu Bildung und damit die Chance auf ein selbstbestimmteres Leben noch immer verwehrt. Dies dient vielerorts der Aufrechterhaltung von Machtverhältnissen. Rund 58 Millionen Kinder gehen pro Jahr weltweit nicht zur Schule (UNESCO, 2012). Viele, die doch gehen, verlassen diese wieder, ohne lesen, schreiben und rechnen zu können, teilweise auf Grund mangelhafter Qualität der Schulbildung, weil sie den Anforderungen nicht gewachsen sind oder zum Familieneinkommen beitragen müssen. Jugendliche und Erwachsene mit nicht abgeschlossener Grundbildung sind häufiger arbeitslos resp. arbeiten eher im informellen Sektor als jene mit höherer Schulbildung.

Deshalb ist die Förderung von Frauen besonders wichtig. Oft sind sie allein für die Familie verantwortlich, weil der Vater ihrer Kinder sie verlassen hat. Sie benötigen ein Einkommen und müssen verantwortungsvoll mit Geld umgehen können. In Guatemala ist der Aufbau eines eigenen kleinen Unternehmens bei den Frauen sehr beliebt, da es ihnen ermöglicht, zu arbeiten, zu verdienen und sich gleichzeitig um die Kinder zu kümmern. Die Einnahmen aus diesen Aktivitäten haben direkte Auswirkung auf das Haushaltseinkommen und damit auf die Lebensqualität der Familien.

Die Salesianer Don Boscos in Guatemala-Stadt leisten mit ihrem Bildungszentrum «Academia Salesiana» einen wichtigen Beitrag für eine bessere und sicherere Zukunft vieler junger Menschen, insbesondere junger Frauen. Das Zentrum bildet sie in einem Handwerk aus, schult sie in unternehmerischen Denken und Handeln, hilft ihnen bei der Stellensuche oder begleitet sie, wenn sie sich selbständig machen.

Unsere Arbeit

Berufsausbildung die sich am Arbeitsmarkt orientiert

Das Ausbildungszentrum «Academia Salesiana» in Guatemala-Stadt ermöglicht durch sein Angebot benachteiligten jungen Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Pro Jahr sind es rund 1050 junge Frauen und Männer (15–40 Jahre alt) aus sozioökonomischen Risikosituationen. Es sind vor allem Personen, die die Schule frühzeitig abgebrochen haben und aufgrund fehlender Qualifikationen nur Gelegenheitsarbeiten wahrnehmen können. Deshalb ist die Voraussetzung für die Aufnahme in einen der Ausbildungskurse lediglich die Vollendung des 15. Lebensjahres – ein Schulabschluss wird nicht vorausgesetzt. Rund 50 Prozent der Begünstigten sind Indigene, 80-90 Prozent Frauen. Sie stammen aus den Randgebieten der Stadt, aus angrenzenden Bezirken sowie aus ländlichen Gebieten. Seit dem Jahr 2013 wurden kontinuierlich Werkstätten und Ausrüstung modernisiert, die Infrastruktur und die Lehrpläne an die sich ändernden Anforderungen des Arbeitsmarktes angepasst, die Zusammenarbeit und Partnerschaften mit privaten und öffentlichen Institutionen sowie Unternehmen gesucht.

Die «Academia Salesiana» bietet 13 verschiedene Kurse an. In ein- bis zweijährigen Ausbildungsgängen können Berufe in Kosmetik und Schönheitspflege, Kochen und Konditorei, Kunsthandwerk, Blumenbinderei, Sticken, Schneiderei und Konfektion, Schreibmaschinenschreiben und der Umgang mit dem Computer sowie allgemeine Administration erlernt werden. Die Lehrgänge sind in Modulen aufgebaut – dies ermöglicht es den Absolventen, innerhalb kurzer Zeit ein Handwerk zu lernen, dank den erworbenen Fähigkeiten Geld zu verdienen und ihre Bildung weiter zu vertiefen. Nach erfolgreichem Kursabschluss wird ein vom Bildungsministerium anerkanntes Diplom verliehen.

Arbeitsvermittlung und Begleitung in die Selbständigkeit

Der Anspruch des Projektes ist es, dass von den Kursteilnehmenden nach Abschluss mindestens 60 bis 70 Prozent eine formale Arbeitsstelle finden oder ein eigenes Kleinunternehmen gründen. Um dieses Ziel zu erreichen wurde eine Arbeitsvermittlungsstelle ins Programm integriert. Dank Partnerschaften mit Unternehmen, die Praktikums- und Arbeitsstellen anbieten, schaffen mehr Absolventen den Übergang in ein geregeltes Arbeitsverhältnis.
Die Arbeitsvermittlungsstelle bietet auch Kurse zum Thema «Unternehmertum, Gründung von Kleinunternehmen» an. Dass die Arbeitsvermittlungsstelle und insbesondere auch das neue Modul «Unternehmertum» wichtig sind, zeigte eine Umfrage im September 2017 bei ehemaligen Absolventen. 57 Prozent der Befragten haben ein eigenes kleines Geschäft gegründet, 32 Prozent haben eine feste Stelle.

Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen in der «Academia Salesiana» ist gross. Das Angebot ist in Guatemala-Stadt und deren Umgebung bekannt und wird sehr geschätzt. Das Projekt bevorzugt die Zielgruppe Frauen, weil sich diese noch weniger als die Männer eine Ausbildung leisten können. Und weil auch die Stundenpläne vieler anderer Bildungseinrichtungen nicht den Bedürfnissen der Frauen entsprechen. Viele von ihnen arbeiten während der Woche und können daher nur am Samstag oder Sonntag den Unterricht besuchen. Hier bieten die Salesianer Don Boscos eine einmalige Chance – denn sie stimmen das Ausbildungsangebot auf die Bedürfnisse und wirtschaftlichen Möglichkeiten der Frauen ab. Es wird lediglich ein symbolischer Beitrag verlangt (Einschreibgebühr) von ca. 10 USD und teilweise die Kosten für Arbeitsmaterialien.


Helfen auch Sie mit, dass junge Frauen und Männer eine berufliche Ausblidung für eine bessere Zukunft erhalten. Spenden Sie für dieses wichtige Projekt mit dem Vermerk «CAM 12-023-20» und geben Sie diesen jungen Guatemalteken eine Perspektive! Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie unsere Projektleiterin Brigitte Meier.