Ernährungsprogramm für Jugendliche

KOLUMBIEN: Condoto - COM 07-004-18

In Condoto in der kolumbianischen Selva (Urwald) unterhalten die Salesianer Don Boscos seit 1996 das Heim «Hogar Juvenil Don Bosco» für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Die Mehrheit der Bevölkerung in diesem Teil Kolumbiens lebt in bitterer Armut, ist schlecht und einseitig ernährt oder leidet oft gar an Unterernährung. Zudem sind viele Menschen nur unzureichend gebildet.
Die Salesianer Don Boscos versuchen mit dem Jugendheim beiden Problemen entgegenzuwirken. Sie bieten Berufskurse an und garantieren mit einem Ernährungsprogramm die gesunde und ausgeglichene Verpflegung der rund 70 Jugendlichen im Heim. Wenn die Schüler konstant hungrig sind, versagen selbst die besten Ausbildungen.

Land/Ort: KOLUMBIEN – Condoto
Projektnummer: COM-07-004-18
Projektziel: Die Verpflegung von rund 70 jungen Menschen im «Hogar Juvenil Don Bosco» garantieren und damit die Unter- und Mangelernährung bekämpfen.
Projektwirkung: Die Motivation der Jugendlichen für die schulischen und beruflichen Bildungsmöglichkeiten am «Hogar Juvenil Don Bosco» ist höher und weniger Personen brechen ihre Ausbildung ab.
Mittelbedarf: pro Jahr rund 23 250 Schweizer Franken für 70 Jugendliche

Hintergründe

com-07-004-essen-4Umgeben vom kolumbianischen Regenwalt ist die Stadt Condoto im nordöstlichen Departamento del Chocó gelegen. Die meisten der rund 15 000 Einwohner der Stadt leben von der Abholzung der Wälder, der Herstellung von Möbeln und von der Arbeit im Bergbau. Dabei werden Gold, Platin und Silber abgebaut. Die Mehrheit der Bevölkerung ist afrokolumbianischer Abstammung. Ihre Vorfahren wurden als Sklaven während der spanischen Eroberung für den Abbau der Bodenschätze in die Region geschafft. Trotz dem Reichtum an Bodenschätzen, spürt die lokale Bevölkerung kaum etwas von diesem Reichtum. Heute werden die Bodenschätze hauptsächlich durch ausländische Unternehmen abgebaut. Den Einheimischen bleibt die Verwüstung in den Abbaugebieten und die Verschmutzung des Wassers. Darüber hinaus ist die afrokolumbianische Bevölkerung als Minderheit in Kolumbien immer noch starker Diskriminierung ausgesetzt. Die Mehrheit dieser Menschen lebt in bitterer Armut, ist schlecht und einseitig ernährt oder leidet gar an Unterernährung und ist unzureichend gebildet. Dies zeigt sich auch in der Quote der Analphabeten – so kann rund jeder fünfte Afrokolumbianer über 15 Jahren nicht lesen und schreiben. Auch der kolumbianische Staat kommt seinen Aufgaben und Pflichten in der Region um Condoto nicht nach, obwohl sie die grösste Armutsrate des Landes aufweist.

Situation für Jugendliche und Kinder
Besonders schwer ist die Situation für Kinder und Jugendliche. Ihnen fehlen aufgrund der fehlenden Entwicklung der Region motivierende Lebensperspektiven. Darüber hinaus können viele nicht über grossen Rückhalt aus der Familie zählen – im Gegenteil: oft herrscht Zuhause Gewalt und die Kinder und Jugendlichen werden psychisch und physisch misshandelt. Dies zwingt viele Kinder und Jugendliche dazu, ihre Familien zu verlassen und zu dem Versuch, sich auf der Strasse alleine durchzuschlagen. Dort verfallen viele von ihnen aufgrund fehlender Chancen und Perspektivlosigkeit dem Drogen- und Alkoholkonsum oder sie landen in der Prostitution. Zudem sind sie auf der Strasse leichte Beute für die Rekrutierer der Guerilla und der Paramilitärs. Aufgrund der Perspektivlosigkeit weist die Region eine hohe Selbstmordrate unter Jugendlichen auf.


Unsere Arbeit

com-07-004-essen-2Die Salesianer Don Boscos führen seit Februar 1986 eine Pfarrei in Condoto. Darin betreuen sie insgesamt rund 42 000 Menschen aus umliegenden Gebieten. Darunter auch Menschen, die sehr abgelegen in der Selva (Urwald) leben und nur zu Fuss oder per Kanu erreichbar sind. Neben der Pfarrei und einem Oratorio (Jugendzentrum) unterhalten sie seit 1996 auch ein Heim für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren. Das Heim in Condoto besteht seit 1979 und war bis zur Übernahme durch die Salesianer Don Boscos ein staatlich geführtes Heim. Aufgrund einer internen Krise wurde der Betrieb des Heims 1996 an die Salesianer Don Boscos übergeben. Sie änderten seinen Namen in «Hogar Juvenil Don Bosco» und starteten verschiedene Projekte zur Verbesserung der Qualität in menschlicher und ausbildnerischer Sicht.
Dank internationaler Hilfe konnte das Heim im Jahr 2002 in einen Neubau im Stadtteil Platinero in Condoto ziehen. Jetzt ist in einem Gebäude das Heim mit Schlafräumen, Gemeinschaftsraum, Bibliothek, Essraum und Küche untergebracht. In einem zweiten Gebäude gibt es Werkstätten und Ateliers für Kunsthandwerk, Schmuckwaren, Metallbearbeitung, Schreinereihandwerk, Musik, Informatik und Bäckerei. Im Freien gibt es zusätzlich noch Grünzonen und eine Sportanlage.
Heute leben 32 Mädchen und 38 Buben zwischen 12 und 18 Jahren aus der Umgebung im Heim. Jugendliche aus abgelegenen Gebieten erhalten durch das Heim die Möglichkeit, eine weiterführende Schule (Colegio) in Condoto zu besuchen oder überhaupt Schulbildung zu erhalten. Darüber hinaus können die Jugendlichen ein berufliches Handwerk erlernen. Es gibt verschiedene berufliche Kurse wie Kunsthandwerk, Schmuckherstellung, Möbeltischlerei, Schneidere oder Metallbearbeitung am «Hogar Juvenil Don Bosco».

Gesunde Ernährung als Grundlage für Bildung
com-07-004-essen-1Ob sich die Jugendlichen gesund entwickeln, ist vor allem davon abhängig, wie ausgewogen und gesund sie sich ernähren. So ist die Ernährung auch ein entscheidender Faktor, was die schulische und berufliche Leistungsfähigkeit betrifft. Es versagen selbst die besten Schulausbildungen und jegliche Programme zur persönlichen Begleitung und Förderung, wenn die Schüler konstant hungrig sind. Dieses Problem ist den Salesianern Don Boscos in Condoto bekannt. So haben sie 2007 ein Ernährungsprogramm ins Leben gerufen, welches eine gesunde und ausgeglichene Ernährung der jungen Menschen im «Hogar Juvenil Don Bosco» garantiert. Ziel ist es, die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Jugendlichen zu erhöhen und somit deren Motivation zu erhöhen. Darüber hinaus soll es verhindern, dass Jugendliche ihre Ausbildungen vorzeitig abbrechen, weil sie nicht mehr motiviert sind oder ihnen die Kraft fehlt. Nebst den schulischen Leistungen engagieren sich die Jugendlichen dank der gesunden und vitaminreichen Ernährung vermehrt in artistischen, kulturellen und sportlichen Aktivitäten. Das wirkt sich auch positiv aus auf ein harmonisches Miteinander.


Helfen Sie mit rund 70 Jugendliche ausgewogen zu ernähren, dass sie Kraft für eine Ausbildung und somit für ein besseres Leben haben! Mit dem Vermerk COM 07-004-18 geht Ihre Spende direkt an dieses Projekt. Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie unsere Projektleiterin Caroline Imesch.