Strassenkinder

Friedens-Programm «Brigada de la Alegría» für ausgegrenzte Kinder und Jugendliche (MEG 15-108)

Mexiko – Nuevo Laredo

In der mexikanischen Grenzstadt Nuevo Laredo haben die Salesianer Don Boscos ein Konzept entwickelt, um die Kinder und Jugendlichen von den Strassen zu holen und aus der Spirale von Gewalt und Kriminialität zu befreien: «Brigada de la Alegría» geht mit Streetworkern hinaus zu den Kindern und gewinnt dadurch eine beeindruckende Reichweite.

Mehr zu diesem Projekt

Hintergründe
Nuevo Laredo liegt an der Grenze zu den USA und hat die üblichen Probleme einer Grenzstadt, welche durch die Nachbarschaft mit einem reichen Land und dem Drogenhandel hervorgerufen werden. Die Grenze gilt als grösster Eintrittspunkt für Drogen in die USA. Es kämpfen zwei Drogenkartelle um die Vorherrschaft der Route über Nuevo Laredo. In Nuevo Laredo nahm infolgedessen seit 2004 die Mordrate stark zu.
In der Stadt leben rund 400 000 Menschen. In der Peripherie leben viele Migranten, welche  in der Hoffnung auf Arbeit in die Stadt gekommen sind. Diese wohnen meistens in erbärmlichen Unterkünften, welche aus Karton bestehen – oft ohne Abwassersystem, fliessendes Wasser und Licht. Die Familien sind arm, entwurzelt und nicht integriert. Durch die Schliessung von Produktionsfirmen werden Jobs immer mehr zur Mangelware. Mehrheitlich sind die Frauen die ökonomische Stütze der Familie. Sie müssen arbeiten gehen und sind gezwungen, ihre Kinder alleine zu lassen. Viele Kinder und Jugendliche verbringen daher ihre Freizeit auf den Strassen, wo sie vielen Gefahren ausgesetzt sind. Andere sind ohne Eltern in die Grenzstadt gekommen oder wurden von den Eltern allein gelassen, weil diese in die USA ausgereist sind.

Salesianer Don Boscos
Seit 2004 engagieren sich die Salesianer Don Boscos (SDB) für die Migrantenjugend in Nuevo Laredo. 2011 eröffneten sie ein Jugendzentrum, das von über 250 Kindern und Jugendlichen regelmässig besucht wird. Es sind gefährdete junge Menschen aus schwierigen psychosozialen Risikosituationen. Ihre Probleme: Drogensucht, sexuelle Ausbeutung, frühe Schwangerschaften, Gewalt, emotionale Vernachlässigung, Sozialisierungsprobleme, Misshandlungen u.v.m. Aufgrund der zunehmenden Gewaltbereitschaft und um der marginalisierten Jugend noch besser helfen zu können, haben die Salesianer das Programm «Brigada de la Alegría» initiiert.

«Brigada de la Alegría» für den Frieden
Brigada de la Alegrá kümmert sich um Kinder und Jugendliche, welche auf sich allein gestellt sind. Das trifft insbesondere auf Kinder und Jugendliche zu, die ohne sinnvolle Freizeitbeschäftigung auf den Strassen herumhängen. Ohne geschützten Aufenthaltsort sind sie leichte «Beute» für Jugendbanden und kriminelle Organisationen.

donbosco_patio5Ziel des Projektes «Brigada de la Alegría» ist die Förderung einer friedvollen und gewaltfreien Kultur. Den Jugendlichen soll eine Alternative zu den täglichen Szenen auf der Strasse geboten werden, mit dem Ziel, sie mehr und mehr von der Strasse wegzuholen und sie in sinnvolle Bildungs- und Freizeitangebote einzubinden. Die Grundlage des Programms «Brigada de la Alegría» sind die Freiwilligen. Sie wirken als Vermittler zwischen den Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern, organisieren kooperative Spiele, unterstützen bei der Freizeitgestaltung, nehmen die Rückeroberung des öffentlichen Raums in Angriff und fördern ein harmonisches und solidarisches Mit- und Nebeneinander. Damit erarbeiten sich die Streetworker die Basis, um mit den Kinder und Jugendlichen die Gesellschaft positiv zu gestalten und ihr Leben in geordnete Bahnen zu lenken. Alle diese Ziele sind auf die Prävention von Gewalt und Verbrechen auf der individuellen und familiären Stufe, auf der Gemeindeebene und in Schulen ausgerichtet. Die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen entsteht durch das Umfeld, in dem sie sich bewegen. Mit diesem Projekt wird das Umfeld der Kinder und Jugendlichen verändert. Es setzt nicht nur beim Kind selbst an, sondern auch bei seiner Familie, bei seinen Erziehungspersonen und auf der Gemeindeebene. So wird der Kreislauf aus Gewalt und Kriminialität durchbrochen.

Damit sich die Streetworker-Gruppen sicher in Nuevo Laredo bewegen können, brauchen sie ein Fahrzeug und Kleidung, die sie klar als Sozialarbeiter kennzeichnet. Brigada de la Alegría braucht ausserdem Unterstützung für die Ausbildung der Freiwilligen, die Durchführung von Spielen, für die Freizeitgestaltung, sowie für die Deckung der laufenden Kosten.

Spenden Sie für dieses grossartige Projekt mit dem Vermerk MEG 15-108 und geben Sie diesen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive! Vielen herzlichen Dank!

 

Fussballschule GolA.S.O. (Projekt ECU 10-054)

Ecuador – Guayaquil

Anstatt zur Schule werden viele Kinder und Jugendliche auf die Strassen geschickt, um ihren Teil zum Familieneinkommen beizutragen. Darunter leidet ihre schulische Bildung und sie sind der Kriminalität offen ausgesetzt. Mit dem Projekt GolA.S.O. werden sie wieder zurück in die Schule geholt und es werden ihnen Perspektiven für ihre Zukunft ermöglicht. Dabei ist Fussball der Schlüssel zu diesen Kindern.

Mehr zu diesem Projekt

Für einen Grossteil der Bevölkerung Ecuadors hat sich die ökonomische Situation seit dem Währungswechsel auf USD wesentlich verschlechtert. 60% der Bevölkerung sind als arm zu bezeichnen und knapp 30% der Kinder und Jugendlichen arbeiten um das Familieneinkommen zu unterstützen. Rund 10% davon arbeiten täglich ohne zur Schule zu gehen. Viele Kinder und Jugendliche leben schon seit frühem Alter ganz oder teilweise auf der Strasse und arbeiten unter hohem persönlichem Risiko. Im Laufe der Zeit kommen viele dieser Kinder immer unregelmässiger oder gar nicht mehr nach Hause zurück, sondern schlagen sich auf der Strasse mit Gleichgesinnten durch, konsumieren billige Drogen (Schusterleim, verbranntes Styropor) um Hunger und Kälte zu vergessen und leben ein Leben, das von Angst, Misstrauen und Gewalt geprägt ist.

Das Projekt «Fussballschule GolA.S.O.» versucht mit einem integrativen Ansatz Strassenkinder durch Sport-, Freizeit-, und Bildungsangebote von der Strasse zu holen. Fussball ist von klein auf Teil des Lebens der Kinder und Jugendlichen. Das ist auch das wesentliche Erfolgsrezept des Programms. GolA.S.O. beeindruckt vor allem bei der positiven Re-Integration der Kinder in ihre Familien.

Die Trainingseinheiten für die Kinder und Jugendlichen der Fussballschulen GolA.S.O. finden drei- bis viermal wöchentlich an den Nachmittagen statt. Die Trainer sind ausgebildete Professionisten, die die Kinder in drei verschiedenen Altersgruppen (unter 12-jährige, bis 15-jährige und bis 17-jährige) trainieren. An den Wochenenden finden regelmässig Freundschaftsspiele statt.

Video (Spanisch) des „Mundialito 2015“, dem Fussballturnier für die Mannschaften aus allen GolA.S.O.-Projektorten:

Das Projekt ist in mehreren Städten Ecuadors vertreten. Diese sind:

  • Quito (Hauptstadt Ecuadors): 200 Kinder
  • Guayaquil (grösste Stadt Ecuadors, wichtigster internationaler Hafen): 250 Kinder
  • Cuenca (Industrie- und Universitätsstadt): 100 Kinder
  • Santo Domingo (Industrie- und Handelsstadt im mittleren Hochland): 100 Kinder
  • Esmeraldas (Hafenstadt): 100 Kinder
  • San Lorenzo (geprägt durch starke Migrationsbewegungen aus Kolumbien): 50 Kinder

Die Kinder müssen sich bei der Einschreibung in die Fussballschule verpflichten, vormittags eine staatlich anerkannte Bildungseinrichtung zu besuchen und ihren formellen Schulabschluss zu absolvieren. Sozialarbeiter und Erzieher des Strassenkinderprojekts bieten hierzu fachliche und moralische Unterstützung an. Für die Jugendlichen, die die Grundschule abgeschlossen haben, bieten die Salesianer Don Boscos eine spezielle berufliche Ausbildung in einer praktischen berufsbildenden mittleren Schule an. Durch Stipendienprogramme können sich auch Jugendliche aus armen Verhältnissen eine adäquate Ausbildung leisten.

Ausreichende Schulbildung und sinnvolle Freizeitgestaltung sind die nötigen Elemente, um den Kindern den Ausstieg vom Leben auf der Strasse zu erleichtern.

Neben Einzelgesprächen mit den Kindern, wo die familiäre und private Situation der Kinder besprochen wird, finden in regelmässigen Abständen Workshops zu verschiedenen Themen statt, welche dazu dienen das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken.

In einem eigenen Programm, der so genannten «Schule für Eltern», versucht GolA.S.O. die Familien darin zu unterstützen ihre eigene Situation zu verbessern. Nur so wird eine Basis dafür geschaffen, die Kinder wieder in ihre Familien zurück zu bringen.

Spenden Sie für dieses grossartige Projekt mit dem Vermerk ECU 10-054! Vielen herzlichen Dank!