Strassenkinderzentrum LAKAY

HAITI: Port-au-Prince - HAI 04-020-18

Armut und häusliche Gewalt zwingen viele Kinder in Haiti ihr Elternhaus zu verlassen. Aufgegeben von Familien und Gesellschaft führen sie ein schutzloses Leben auf der Strasse. Die Salesianer Don Boscos nehmen sich dieser Strassenkinder an. Mit dem Betreuungs- und Reintegrationsprogramm LAKAY streben sie die Wiedereingliederung der Mädchen und Buben in ihre Familien und die Gesellschaft an. Die ganzheitliche Erziehungsweise wird landesweit wahrgenommen und hat mit ihrem Vorbildcharakter nationale Bedeutung erlangt.

Land/Ort: HAITI – Port-au-Prince
Projektnummer: HAI 04-020-18
Projektziel: Strassenkinder und junge Menschen aus den Armenvierteln Port-au-Princes werden mittels integraler Betreuung in Familie und Gesellschaft reintegriert.
Mittelbedarf: ca. 175 000 Schweizer Franken im Jahr

 

 

 

Hintergründe

Haiti liegt auf der westlichen Seite der karibischen Insel Hispaniola und war bis zum 1. Januar 1804 eine französische Kolonie. Während der Kolonialzeit galt Haiti als eines der reichsten Länder der Karibik. Um die Anerkennung der Unabhängigkeit durch die ehemalige Kolonialmacht Frankreich zu erreichen, musste sich Haiti durch hohe Zahlungsverpflichtungen «freikaufen». Diese Zahlungen überstiegen die Leistungskraft Haitis bei weitem. Kombiniert mit politischer Instabilität und langjähriger Misswirtschaft besiegelten sie Haitis wirtschaftlichen Abstieg zum ärmsten Land in der westlichen Hemisphäre. Heute leben etwa 80 Prozent seiner rund zehn Millionen Einwohner mit weniger als zwei US-Dollar am Tag. Die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt. Darüber hinaus herrscht eine sehr hohe Arbeitslosigkeit und das Bildungsangebot ist schlecht. Nur gerade jeder dritte Haitianer geht einer geregelten Arbeit nach und nur knapp jeder zweite kann lesen und schreiben. Im Land gibt es keine rechtsstaatliche Ordnung, institutionelle Strukturen und kollektive Verhaltensregeln. So herrscht ein hohes Mass an Korruption, Straffreiheit, Wahlbetrug und Drogenhandel. Zudem ist die Bereitschaft, Konflikte gewaltsam auszutragen, sehr hoch.
Das verheerende Erdbeben am 12. Januar 2010 verschlimmerte die humanitäre Lage in Haiti zusätzlich. 316 000 Menschen verloren ihr Leben und Hunderttausende wurden verletzt und/oder obdachlos. Darüber hinaus brach ein paar Monate später die Krankheit Cholera aus, die zusätzliche Todesopfer zur Folge hatte.

Strassenkinder in Port-au-Prince
Aufgrund der grossen Armut im Land ziehen immer mehr Menschen in die Grossstädte Haitis – allen voran in die Hauptstadt Port-au-Prince. Entgegen ihrer Erwartungen werden sie bei der Ankunft in den Ballungsgebieten der Stadt mit der harten Realität konfrontiert. Die Lebensverhältnisse sind oft noch schlechter als auf dem Land. Die Infrastruktur ist schlecht und viele Menschen haben weder Strom- noch Wasserversorgung.
Die steigende Armut, die zunehmende Urbanisierung und der Zerfall von Familienstrukturen bringen mit jeder politischen Krise und Naturkatastrophe neue Strassenkinder hervor. Über die genaue Anzahl Strassenkinder gibt es in Haiti keine verlässlichen Informationen. Aufgrund einer Studie von 1999 wurde ihre Anzahl auf 6200 bis 7800 geschätzt. Die Zahl dürfte jedoch heute bedeutend höher sein. Die Gründe, weshalb Kinder ihr Zuhause verlassen, sind Armut, der Tod eines oder beider Elternteile, elterliche Gewalt und sexuelle Misshandlung. Auf der Strasse leben sie unter beklagenswerten Bedingungen. Sie essen wenig und unregelmässig und leben schutzlos von Tag zu Tag – aufgegeben von der Gesellschaft und ohne familiäres Umfeld. Das Leben auf der Strasse ist für die Kinder ein sehr hartes Schicksal. Um ihr Überleben zu sichern, sind die Kinder zu vielen fragwürdigen Handlungen bereit. Die Prostitution ist für die jungen Mädchen und Buben oft die einzige Möglichkeit Geld zu verdienen. Daran gehindert werden können sie nur, wenn ihnen eine gute Alternative aufgezeigt wird.


Unsere Arbeit

Seit 1934 arbeiten die Salesianer Don Boscos in Haiti. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit im karibischen Inselstaat liegt bei der Betreuung und Wiedereingliederung von Strassenkindern in ihre Familien und die Gesellschaft. LAKAY – kreolisch für Zuhause – ist das Strassenkinderprogramm der Salesianer Don Boscos in Port-au-Prince. Hier erhalten Mädchen und Buben, die auf der Strasse leben, ein Zuhause und eine Ausbildung. In den Strassenkinderprogrammen in ganz Haiti betreuen die Salesianer Don Boscos rund 1000 Mädchen und Buben. In den Aufnahme- und Rehabilitationszentren werden rund 500 Kinder und Jugendliche stationär betreut. Die ganzheitliche Erziehungsweise wird landesweit wahrgenommen und hat mit ihrem Vorbildcharakter nationale Bedeutung erlangt.

Von der Strassensozialarbeit…
Der erste Kontakt mit den Kindern findet auf der Strasse statt. Sozialarbeiter suchen in den Strassen der Armenviertel von Port-au-Prince nach heimatlosen Kindern. Diese werden ins Auffangzentrum eingeladen, wo sie eine warme Mahlzeit, ein Bett, saubere Kleidung und Waschmöglichkeiten bekommen. Auch wird versucht, Familienangehörige zu finden und die Kinder wieder mit ihnen zu vereinen.
Mit einfachen Schulaktivitäten und Kurzkursen in mehreren Berufen wird den Kindern Selbstbewusstsein vermittelt, ihre Fähigkeiten und Talente gefördert. Kinder, die das Aufnahmeprogramm durchlaufen haben und gewillt sind, ihrem Leben eine feste Ordnung zu geben und eine Ausbildung zu absolvieren, werden ins Kinderheim aufgenommen.

…zum Zuhause für Strassenkinder
Zurzeit leben 150 ehemalige Strassenkinder zwischen 14 und 18 Jahren im Kinderheim. Sie nehmen an einem Rehabilitationsprogramm teil, können ihre Schulbildung nachholen und eine Berufslehre absolvieren. Die Programme unterstützen die jungen Menschen darin, trotz der schwierigen Lage in Haiti ihre Zukunft aus eigener Kraft gestalten zu können. Im LAKAY, wie auch in anderen Strassenkinderzentren, wird eine komplexe und integrale Arbeit geleistet. Der Fokus liegt bei der sozialen Eingliederung, der schulischen und beruflichen Ausbildung und der Reintegration in die Familien. Das Angebot des Zentrums ist für alle Kinder offen. Die, die im LAKAY wohnen und solche, die nur für die Angebote ins Zentrum kommen. Weil die Lebenskosten im karibischen Inselstaat stetig steigen, sind die Salesianer Don Boscos auf jede Unterstützung angewiesen.

Helfen Sie mit, jungen Strassenkindern in Port-au-Prince eine Chance zu geben, ihr Leben selbstständig zu leben. Spenden Sie für dieses grossartige Projekt mit dem Vermerk HAI 04-020-18 und geben Sie diesen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive! Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie unsere Projektleiterin Désirée Schöpfer.