Betreuungsangebot für Mädchen mit Gewalterfahrung

MEXIKO: Chignahuapan, Puebla - MEM 17-026

Zwei Kilometer ausserhalb der Stadt Chignahuapan leiten die Salesianer Don Boscos eine Granja (Bauernhof) auf dem Land. Diese möchten sie in ein Therapiezentrum für die Beherbergung und Betreuung von schutzbedürftigen Mädchen und jungen Frauen (8-17 Jahre) umbauen. Diese stammen alle aus sehr schwierigen Verhältnissen und haben in ihren jungen Leben schon viel durchgemacht. Sie erlebten Gewalt und Ausbeutung, lebten auf der Strasse oder landeten aufgrund ihrer Armut und Migration in der Prostitution. Auf der Granja wollen die Salesianer Don Boscos diesen seelisch verletzten Mädchen und jungen Frauen mit einem Betreuungs-, Schul- und Therapieprogramm einen Neustart ermöglichen. Zur Therapie gehören unter anderem das Arbeiten und die Ausbildung auf dem ökologischen Landwirtschaftsbetrieb. Dadurch können auch Lebensmittel zur Selbstversorgung und zum Verkauf zu produziert werden.

Land/Ort: MEXIKO – Chignahuapan, Puebla
Projektnummer: MEM 17-026
Projektziel: Ausgebeutete und misshandelte Mädchen aus ärmsten Verhältnissen erhalten Rehabilitation für eine würdige und ganzheitliche psychische, mentale und seelische Entwicklung. Auf der zu einem Therapiezentrum umgebauten Granja erhalten sie eine spezielle Therapie kombiniert mit landwirtschaftlicher Ausbildung und Tätigkeit.
Mittelbedarf: Für den Aufbau im 2017/18: 97 000 US-Dollar, dann jährlich ca. 65 000 US-Dollar
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Hintergründe

Das Netzwerk für die Rechte von Kindern in Mexiko (Red por los Derechos de la Infancia en México – REDIM) gab bekannt, dass 8 von 10 vermissten Kindern in den Jahren von 2006 bis 2014 Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 15 und 17 Jahre waren. In ihrer Studie stellten sie auch fest, dass in Mexiko das Verschwinden von Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren zugenommen hat.

Seit 1926 sind die Salesianer Don Boscos in der Hauptstadt Puebla des Bundesstaates Puebla, zu der die Gemeinde Chignahuapan gehört, tätig. An vier Hauptstandorten betreuen sie heute drei Pfarreien, sieben Jugendzentren, eine Primar- und eine Sekundarschule sowie ein Haus für Aspiranten der Salesianer. Im Jahr 2000 bauten sie zwei Kilometer ausserhalb von Chignahuapan eine Granja auf, um ein Betreuungsmodell auf dem Land zu schaffen, welches besonders gefährdete Kinder und Jugendliche aus ihrem schlechten Milieu der Stadt herausholt. Die Granja wird für Wochenend- und Ferienaktivitäten sowie für Exerzitien genutzt. Um die Granja in Zukunft mehr auszulasten und einer neuen Bestimmung zuzufügen, initiierten die Salesianer das Projekt zum Umbau der Granja in ein Wohnheim mit Betreuungsangebot für besonders schwierige Fälle von ausgebeuteten und misshandelten Mädchen aus ärmsten Verhältnissen.

Das Ziel der Salesianer Don Boscos ist es, Raum zu schaffen für bedürftige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Opfer von Gewalt wurden. Die Programme der Salesianer und der Cooperadores Salesianas (salesianischen Mitarbeitenden) helfen der betroffenen Jugend, ihre emotionale Stabilität wieder zu erlangen. Die Aktivitäten bringen sie in den Kontakt mit der Natur. Und sie erhalten Werkzeuge für eine gesunde Entwicklung.


Unsere Arbeit

Der Auslöser für das neue Projekt ist die schwierige Situation der Mädchen und jungen Frauen, die in grosser Armut leben. Sie sind einem grossen sozialen Risiko ausgesetzt. Sie haben oft schon in jungen Jahren Gewalt erlebt. Daher brauchen sie besondere Begleitung – therapeutisch und emotional – damit sie aus ihrer schwierigen Lage der wirtschaftlichen und sozialen Verarmung herausgeholt werden können. Die Mädchen und jungen Frauen sind oft mangel-, resp. unterernährt, haben die Schule frühzeitig abgebrochen und müssen dadurch verschiedene Formen von Kinderarbeit (bezahlt und unbezahlt wie z. B. für Hausarbeit) wahrnehmen. Viele von ihnen entstammen aus zerrütteten Familien und wurden als Haushalthilfen oft missbraucht. Sie haben Gewalt- und Missbrauchserfahrungen gemacht und sind deshalb mit dem Wunsch auf ein besseres Leben von Zuhause weggelaufen. Die Migrationserfahrung (innerhalb des Landes und auch international) birgt grosse Gefahren für sie, als Opfer von Prostitution und Menschenhandel.

Die Salesianer verfügen über eine jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeit mit ausgegrenzten Kinder und Jugendlichen und arbeiten eng mit zivilen Gruppen und Organisationen zusammen. Für das vorliegende Projekt ist ihr starker Partner die Institution Yolia Niñas de la Calle A.C. Diese gehört zum Netzwerk der Salesianer und wurde 1995 von einer Gruppe Jugendlicher gegründet, die im Don-Bosco-Jugendzentrum in Mexiko-Stadt arbeiteten. Yolia hat jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Strassenkindern, vor allem mit Strassenmädchen, und schutzbedürftigen jungen Menschen und erkennt die besonders harten Fälle. Und Yolia hat die staatliche Genehmigung, sehr schwierige Fälle an Institutionen, wie die Salesianer es sind, zu vermitteln. Die Situation jedes einzelnen betroffenen Mädchens wird sehr genau geprüft. Nur unter Berücksichtigen aller Fakten, der staatlichen Vorschriften und des Ersuchens des betroffenen Kindes (und seiner Familie, wenn diese vorhanden ist) auf einen Therapieplatz, darf ein Kind im Therapie-Kompetenzzentrum auf der Granja aufgenommen werden.

Für den Umbau mit 20 Wohnheimplätze und die Ausstattung der Granja in eine ökologische und nachhaltige Institution, die die technischen und pädagogischen Anforderungen erfüllt, sowie für den Betrieb des Therapiezentrums für die nächsten drei Jahre brauchen die Salesianer Don Boscos unsere Unterstützung. Sie benötigen 97 000 US-Dollar für das Initialjahr 2017/18 und danach jährlich rund 65 000 US-Dollar. Sie werden nach Möglichkeit mit Patenschaften die Therapieplatzkosten in Zukunft decken.

Mit der neuen Einrichtung auf der Granja schaffen die Salesianer und ihre Mitarbeitenden einen geschützten Ort und damit die Bedingungen, die diese jungen Menschen brauchen, um ihrem Leben eine neue Richtung zu geben.

Spenden Sie für dieses wichtige Projekt mit dem Vermerk MEM 17-026 und schenken Sie diesen Mädchen und jungen Frauen mit Gewalterfahrung eine Perspektive! Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie unsere Projektleiterin Brigitte Meier.

Die Bilder in diesem Beitrag wurden von der Institution Yolia Niñas de la Calle A.C. zur Verfügung gestellt.