Betreuungsangebot für Mädchen mit Gewalterfahrung

MEXIKO: Chignahuapan, Puebla - MEM 17-026

Mit den Spenden aus dem RTL-Spendenmarathon 2018 am Donnerstag 22. und Freitag 23. November kann das Angebot erweitert werden. Mit dem Erweiterungsbau (Wohntrakt) kann die Anzahl der Wohnheimplätze auf 24 (max. 32) erhöht werden. Und es werden 50 zusätzliche Plätze mit einem Tagesangebot (ohne Internatsunterbringung) geschaffen. Dieses Angebot ist für Kinder und Jugendliche aus der Umgebung gedacht, die ebenfalls in Risikosituationen wie ein gewalttätiges Umfeld, zerbrochene Familien oder sonstigen Gefahren leben.

 

Auf dem Land, 2 km ausserhalb der Stadt Chignahuapan, führen die Salesianer Don Boscos eine Granja (Bauernhof). Diese wird in ein Therapiezentrum umgebaut (erste Projektphase) und mit einem zus. Wohntrakt (2. Projektphase) erweitert. Es stehen dann 24 Wohnplätze (max. 32) und 50 Tagesplätze für die Beherbergung und Betreuung von schutzbedürftigen Mädchen und jungen Frauen (6 bis 17 Jahren) aus sehr schwierigen Verhältnissen wie Armut, Gewalt, Ausbeutung, Migration (national und international), Prostitution, Leben auf der Strasse u.v.m. zur Verfügung.

Ein Betreuungs-, Bildungs- und Therapieprogramm wird auf der Granja aufgebaut, das den misshandelten und seelisch verletzten Mädchen und jungen Frauen einen Neustart ins Leben ermöglicht. Zur Therapie gehören das Arbeiten und die Ausbildung auf dem ökologischen Bauernhof mit Kleintieren (Hühner, Kaninchen, Schafe) und Gemüseanbau. Damit werden auch Lebensmittel zur Selbstversorgung und zum Verkauf produziert.

Land/Ort: MEXIKO – Chignahuapan, Puebla
Projektnummer: MEM 17-026
Projektziel: Ausgebeutete und misshandelte Mädchen aus ärmsten Verhältnissen erhalten Rehabilitation für eine würdige und ganzheitliche körperliche und seelische Entwicklung. Die in ein Therapiezentrum umgebaute und erweiterte Granja (Bauernhof) mit 24 Wohnheimplätzen (max. 32 Plätzen) und 50 Tagesplätzen bietet dazu einen geschützten Ort und ermöglicht eine spezielle Therapie kombiniert mit landwirtschaftlicher Ausbildung und Tätigkeit.
Mittelbedarf: Projektumfang: 598 000 EUR. Die Projektphasen bis Herbst 2020 werden ermöglicht durch die Unterstützung von help alliance GmbH und der Leopold Bachmann-Stiftung sowie durch Spenden aus dem RTL-Spendenmarathon 2018.
Kurzbeschrieb als PDF

Hintergründe


Mexiko macht immer wieder Schlagzeilen über verschwundene Mädchen und Frauen. Oft stellt sich heraus, dass sie nicht nur aus ihrem tristen Alltag weggelaufen waren, sondern entführt, vergewaltigt, getötet und einfach weggeworfen wurden. In den Jahren 2006 bis 2014 waren acht von zehn vermissten Kindern in Mexiko junge Frauen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. Und die Anzahl der Vermissten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Junge Menschen, die in Mexiko in Armut leben, sind grossen Risiken ausgesetzt. Sie haben oft schon Hunger, Misshandlung, Gewalt erlebt. Daher brauchen sie besondere Begleitung – therapeutisch und emotional – damit sie aus ihrer schwierigen Lage der wirtschaftlichen und sozialen Verarmung herausgeholt werden können. Die Mädchen und jungen Frauen sind oft mangel-, resp. unterernährt, haben die Schule frühzeitig abgebrochen und müssen dadurch verschiedene Formen von Kinderarbeit (bezahlt, und auch unbezahlt wie z. B. für Hausarbeit) wahrnehmen. Viele von ihnen entstammen aus zerrütteten Familien. Oftmals werden sie als Haushalthilfen ausgenutzt.

Seit 1926 sind die Salesianer Don Boscos in der Hauptstadt Puebla des Bundesstaates Puebla, zu der die Gemeinde Chignahuapan gehört, tätig. An vier Hauptstandorten betreuen sie heute drei Pfarreien, sieben Jugendzentren, eine Primar- und eine Sekundarschule, und ein Haus für Aspiranten der Salesianer. Im 2000 bauten sie 2 km ausserhalb von Chignahuapan eine Granja (Bauernhof) auf, um ein Betreuungsmodell auf dem Land zu schaffen um besonders gefährdete Kinder und Jugendliche aus dem gewalttätigen Milieu der Stadt herauszuholen.

Die Programme der Salesianer und der Cooperadores Salesianas (salesianische Mitarbeitende) helfen den jungen Menschen, körperlich, geistig und seelisch gesund zu werden. Die Aktivitäten bringen sie in den Kontakt mit der Natur. Und sie erhalten Kenntnisse in Land- und Gartenbau, was ihnen ermöglicht, später eine Arbeit zu finden.


Unsere Arbeit

Die Salesianer Don Boscos verfügen über eine jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeit mit ausgegrenzten Kinder und Jugendlichen und arbeiten eng mit zivilen Gruppen und Organisationen zusammen; in diesem Projekt insbesondere mit der Institution Yolia Niñas de la Calle A.C.. Die Situation der Mädchen und jungen Frauen soll nachhaltig verändert und ihnen damit eine neue Perspektive im Leben ermöglicht werden. Ziel ist es, den Mädchen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Dieser Herausforderung nimmt sich das Projekt an: Es beinhaltet den Ausbau eines Bauernhofs (span. Granja) in ein Therapiezentrum. Hier sollen ganzjährig besonders schwierige Fälle von ausgebeuteten und misshandelten Mädchen und jungen Frauen im Alter von sechs bis 17 Jahren beherbergt und umfassend betreut werden. Mit der neuen Einrichtung schafft das Projekt einen geschützten Ort und damit die Bedingungen, die diese jungen Menschen brauchen, um eine neue Richtung in ihrem Leben einschlagen zu können. Die Mädchen aus ärmsten Verhältnissen erhalten Rehabilitation für eine würdige und ganzheitliche physische und psychische Entwicklung. Die in ein Therapiezentrum umgebaute und erweiterte Granja ermöglicht eine spezielle Therapie kombiniert mit landwirtschaftlicher Ausbildung und Tätigkeit.

Projektstand Herbst 2018

Das Projekt ist gut gestartet und auf Kurs. So sind die ersten sechs Mädchen im Frühling 2018 eingezogen. Pädagogisches und psychologisches Personal ist angestellt, Kleintiere wurden gekauft und ein Teil der Landfläche ist bereits mit Gemüse und Früchten bebaut. Die Dorfgemeinschaft im Projektumfeld ist gut ins Projekt integriert. Die Zusammenarbeit mit den Behörden (Kinderschutzbehörde, Amtsstellen) ist gut angelaufen. Diese Zusammenarbeit ist sehr wichtig, da nur Mädchen nach sorgfältiger Abklärung durch die Behörden ins Projekt aufgenommen werden können.

Wird danken der help alliance GmbH, der Leopold Bachmann-Stiftung und allen Spenderinnen und Spendern des RTL-Spendenmarathons 2018 sehr herzlich für ihre wertvolle Hilfe! Jede einzelne Spende schenkt schutzbedürftigen Mädchen und jungen Frauen eine Perspektive!

 

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie unsere Projektleiterin Brigitte Meier.