Soziale Integration junger Menschen mittels Musik und Familiensozialarbeit

PARAGUAY: Asunción - PAR 05-055-22


Kinder und Jugendliche erhalten die Chance ein Instrument zu erlernen und in einer Gruppe zu musizieren. Sie sammeln wertvolle Erfahrungen, lernen den Umgang mit anderen Personen und bekommen einen geschützten Raum, wo sie ihren Problemen entfliehen können.
Gekoppelt mit schulischem Nachhilfeunterricht erhalten die jungen Menschen eine ganzheitliche Bildung, die sie auf dem Weg aus der Armut bestärkt.

Land/Ort: PARAGUAY – Asunción
Projektnummer: PAR 05-055-22
Projektziel: Mit Kinder und Jugendlichen durch musikalische und schulische Bildung die Grundlage für eine würdige Zukunft erarbeiten
Projektwirkung: Junge Personen und ihre Familien werden gestärkt und dazu befähigt ihre Zukunft selber in die Hand zu nehmen
Mittelbedarf: 160 000 CHF pro Jahr

 

Hintergründe

Paraguay besitzt viel fruchtbares Land und eignet sich gut für die Landwirtschaft, weshalb einen Grossteil davon von ausländischen Unternehmen bewirtschaftet wird. Viele Bauernfamilien und Indigene wandern in die Stadt ab, wo sie oftmals in Elendsvierteln leben und im informellen Sektor arbeiten. Diese Verhältnisse wirken sich negativ auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen aus. Ihr Leben ist geprägt von Gewalt und Misshandlungen, welche durch die prekäre Situation der Eltern verstärkt werden. Um diesen Missständen zu entkommen stehen die Türen der salesianischen Einrichtungen in Paraguays Hauptstadt Asunción immer für alle offen. Hier finden junge Menschen Zuflucht und erhalten die Möglichkeit schulischen Unterricht zu besuchen und ein Instrument zu erlernen. Durch die psychologische und präventive Betreuung der Salesianer Don Boscos werden den jungen Menschen Alternativen zum Leben auf der Strasse aufgezeigt.

Projektziele

Gefährdete Kinder und Jugendliche werden durch Musikunterricht und informelle Bildungsprogramme gestärkt und gut auf ein Leben ausserhalb der Armut vorbereitet.

  • Die Lebensqualität von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien wird durch den Zugang zu künstlerischen Aktivitäten und informeller Bildung gefördert.
  • Fachpersonen für integrale Pädagogik beraten und begleiten die Kinder und Jugendlichen.


Unsere Arbeit

Die beiden salesianischen Einrichtungen Don Bosco Róga und Oratorio-Centro Juvenil San Luis Gonzaga haben es sich zur Aufgabe gemacht, junge Menschen aus schwierigen Verhältnissen auf ihrem Weg zu unterstützen. Durch die Zusammenarbeit dieser beiden Einrichtungen können schulische und musikalische Aspekte kombiniert und so eine ganzheitliche Bildung angeboten werden.

Schulische und musikalische Bildung

Das Erlernen eines Instrumentes und das Zusammenspielen in einer Gruppe gibt den jungen Musizierenden ein gutes Gefühl. Sie haben auf der Bühne Erfolgserlebnisse, können sich auf eine andere Art und Weise ausdrücken und Frust bewältigen. Das baut ihr Selbstwertgefühl auf und fördert die Integration in eine Gruppe und schlussendlich in die Gesellschaft.
Neben dem Musikunterricht sind aber auch schulische Themen wichtig für die Entwicklung der jungen Menschen. In informellen Bildungsprogrammen werden Workshops zu Themen wie Umweltschutz oder Gesundheitsprävention angeboten, sowie Nachhilfeunterricht durchgeführt. Die Kinder und Jugendlichen werden optimal auf ihren Alltag vorbereitet.

Umfeld wird miteinbezogen

Junge Menschen brauchen ein starkes Umfeld, in dem sie sich wohl fühlen und Unterstützung erhalten. Nur so reifen sie zu verantwortungsvollen Erwachsenen heran.
Deswegen werden in diesem Programm die Eltern miteinbezogen und die Betreuungspersonen regelmässig weitergebildet. Die Eltern werden eingeladen, Workshops zu Themen wie Erziehung zu besuchen und erhalten die Möglichkeit, anhand von kleinen handwerklichen Kursen neue Fingerfertigkeiten zu lernen. Die verkauften Produkte stellen einen kleinen Zusatzerwerb für die Familien dar. Das fachliche Personal bildet sich kontinuierlich pädagogisch weiter.



Lebensgeschichte

Ein Strassenbub wird zum Sinfoniker

Francisco Álvarez lief im Alter von neun Jahren zu Hause weg, da er die Schläge seiner Mutter nicht mehr aushielt. Das Leben auf der Strasse war besser als das, was sie ihm angetan hatte. Er half der Besitzerin eines Bistros bei Reinigungsarbeiten und überlebte, weil sie ihm dafür zu essen gab. Jeden Abend ging er zum Busbahnhof und tat, als würde er auf den Bus warten – bis er irgendwann auf der Bank einschlief.

Eines Tages hörte Francisco von Don Bosco Róga und lief tagelang durch das Viertel, bis er das Zentrum gefunden hatte. Die Salesianer schickten ihn zuerst zurück zu seiner Mutter, doch als sich Francisco weigerte, nahmen sie ihn auf.

Bei Don Bosco Róga kam Francisco zum ersten Mal in Kontakt mit Musikinstrumenten. Er wollte sofort das grösste davon spielen: den Kontrabass. Da er dafür noch zu klein war, gaben ihm die Salesianer ein Cello. Francisco fügte sich, ohne sich mit seinen elf Jahren bewusst zu sein, dass er nun das Instrument in der Hand hielt, das ihn definitiv weg von der Strasse und hin zu einer besseren Zukunft führen würde.
Er übte mit grosser Leidenschaft, holte seinen Schulabschluss nach und studierte Musik. Heute ist Francisco Berufsmusiker, spielt für ein Orchester in Paraguay und ist in der engeren Auswahl für das Sinfonieorchester des Colón-Theaters in Buenos Aires. Vom Strassenbub zum Sinfoniker – Musik verändert Leben.


Reisebericht

Unsere Projektleiterin Caroline Imesch hat das Projekt im Mai 2019 besucht. Sie berichtet über ihre Eindrücke und Erlebnisse des Besuchs, beginnend mit einem pompösen Empfang durch das Musikensemble am Flughafen.
Hier gehts zum ausführlichen Reisebericht.


Spenden Sie für dieses wichtige Projekt mit dem Vermerk PAR 05-055-22und geben Sie diesen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive! Dank ihrer Unterstützung erhalten diese jungen Menschen nicht nur die Möglichkeit ein Instrument zu erlernen, sondern auch einen Platz in der Gesellschaft. Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie unsere Projektleiterin Caroline Imesch.