Fussballschule Golaso

In den Golaso Fussballschulen erhalten Strassenkinder und Kinderarbeiten die Möglichkeit, einfach wieder Kind zu sein. Im Fussballtraining lernen sie Disziplin, Respekt, Regeln und erhalten eine Tagesstruktur. Durch eine ganzheitliche Betreuung werden die Kinder in ihre Familien und die Schule reintegriert. Schulbildung und sinnvolle Freizeitgestaltung sind die nötigen Elemente, um den Kindern den Ausstieg vom Leben auf der Strasse zu erleichtern. Wichtig sind auch die Klärung der familiären Situation und die Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder, um sie ganz von der Strasse weg zu bringen.

Land/Ort: ECUADOR – Guayaquil, Esmeraldas, San Lorenzo
Projektnummer: ECU 10-054-21
Projektziel: Kindern und Jugendlichen wird Zugang zu einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung und eine Alternative zu den Aktivitäten auf der Strasse gegeben.
Projektwirkung: Die Kinder können wieder in ihre Familien und die Schule reintegriert werden. Sie lernen Disziplin und Respekt und können einen Schulabschluss machen.
Mittelbedarf: CHF 88 000 pro Jahr
 

Hintergründe

Patron-System

In Ecuador wurde die Existenz von Strassenkindern erstmals in den Sechziger-Jahren öffentlich wahrgenommen. Durch die Auflösung des auf dem Land herrschenden «Patrons-Systems» (eine indigene Familie arbeitete über Generationen hinweg für denselben Grossgrundbesitzer) zogen viele Familien in die Städte, da sie auf dem Land ihre Lebensgrundlage verloren haben. Dort schlugen sie sich mit Gelegenheitsjobs im informellen Sektor durch. Die sozialen Ungleichheiten in den Städten nahm immer weiter zu, der Familienzusammenhalt wurde schwächer und immer mehr Kinder verliessen ihre Familien für ein Leben auf der Strasse.

Strassenkinder

Häufig sind Familien auch darauf angewiesen, dass Kinder zum Haushaltseinkommen beisteuern. Kinder arbeiten auf der Strasse als Jonglierkünstler bei Ampeln, putzen Schuhe, waschen Autos oder verkaufen Süssigkeiten. Die Strasse wird zu ihrem neuen Zuhause und sie sind den Gefahren ausgeliefert: Ausnutzung durch Erwachsene, Drogenkonsum, Bandenkriminalität, Menschenhandel. Kinder auf der Strasse leben ein Leben das von Angst, Misstrauen und Gewalt geprägt ist.
Sie besuchen auch keine Schule und haben keinen Zugang zu Freizeitaktivitäten. Eine gute Schulbildung ist sehr wichtig, so dass die Kinder später eine fair bezahlte Arbeit finden. Nur dadurch können sie dem Teufelskreis entfliehen, denn ohne Schulbildung werden auch sie als Eltern wieder auf das Zusatzeinkommen ihrer Kinder angewiesen sein.
Schulbildung und sinnvolle Freizeitgestaltung sind die nötigen Elemente, um den Kindern den Ausstieg vom Leben auf der Strasse zu erleichtern. Wichtig sind auch die Klärung der familiären Situation und die Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder, um sie ganz von der Strasse weg zu bringen.

Heutige Situation

Die Anzahl der Kinderarbeiter in Ecuador hat seit 2000 kontinuierlich abgenommen, trotzdem gibt es heute immer noch schätzungsweise 359 000 Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 17 Jahren, die arbeiten.
Die Herausforderung besteht weiterhin darin, diesen Kindern und Jugendlichen dauerhaften und nachhaltigen Zugang zu Bildung zu verschaffen. Ebenso geht es darum, sie in ihren Rechten zu stärken bzw. diese einzufordern und zu verteidigen. Dadurch soll garantiert werden, dass Strassenkinder Kinder sein können, sich gesund entwickeln und schliesslich selbstständige und verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger werden.


Unsere Arbeit

Golaso Fussballschulen

Die Salesianer Don Boscos betreuen mit ihrem Sozialprogramm «Chicos de la Calle» in sieben Grossstädten Ecuadors (Quito, Guayaquil, Cuenca, Ambato, Esmeraldas, San Lorenzo und Santo Domingo) jährlich 5000 Strassenkinder. Die Don Bosco Jugendhilfe Weltweit unterstützt die Fussballschulen in Guayaquil, Esmeraldas und San Lorenzo. Über 1500 Kinder können dort jährlich von der Strasse geholt werden.
Die Salesianer bieten ihnen einen sicheren Platz zum Schlafen, Essen sowie medizinische Versorgung und soziale Hilfe. Der Einstieg oder die Rückkehr in die Schule wird durch Nachhilfeprogramme erleichtert. Mit Hilfe von Spielen, allen voran dem Fussball, wird bei den Kindern Begeisterung und Initiative für ein besseres Leben geweckt.
Denn neben Spass und Bewegung erlernen die Strassenkinder dank Fussball auch das Befolgen von Regeln und einer festen Tagesstruktur, sowie den respektvollen Umgang mit anderen Menschen und Disziplin. Das ist meist der erste Schritt einer Rückkehr in geordnete schulische Verhältnisse. Wer Fussball nicht mag, kann in Golaso auch Volleyball und Basketball spielen, genauso wie Schach und andere Spiele.
Entsprechend ist die Fussballschule Golaso fester Bestandteil des Sozialprogramms für Strassenkinder. Die Trainer sind ausgebildete Profis, die die Kinder in verschiedenen Altersgruppen trainieren (U12, U14, U16, U18). An den Wochenenden finden regelmässig Freundschaftsspiele statt und auch Turniere zwischen den verschiedenen Golaso Fussballschulen werden regelmässig organisiert.

Schulbesuch

Das Ziel ist die Reintegration des Kindes in seine Familie und die Schule. Denn jedes Kind, das mitmacht, muss sich bei der Inskription in die Fussballschule verpflichten, die Schule zu besuchen. Betreuerinnen und Betreuer unterstützen dabei fachlich und moralisch.
Für die Jugendlichen, die die Grundschule abgeschlossen haben, bieten die Salesianer Don Boscos eine spezielle Ausbildung in einer beruflichen Mittelschule an. Dank Stipendienprogrammen können auch Jugendliche aus armen Verhältnissen eine Ausbildung absolvieren.

Weitere Aktivitäten von Golaso

Zusätzlich zum sportlichen Angebot können die Kinder auch verschiedene Workshops zu sozialen und persönlichen Werten besuchen (z.B. über Hygiene, zwischenmenschliche Beziehungen, aktive Mitgestaltung des persönlichen Umfelds).
Auch die Familiensozialarbeit ist für das Projekt Golaso sehr wichtig. Viele Kinder und Jugendliche kommen aus schwierigen oder zerrütteten Familienverhältnissen. Sport ist ein gutes Mittel, um den Kontakt wieder herzustellen. Die Familien werden dazu ermutigt, bei den Aktivitäten der Kinder dabei zu sein und werden auch im Unterhalt der Rasen- und Trainingsplätze miteinbezogen. Darüber hinaus gibt es Sensibilisierungsanlässe für Eltern, in denen sie über die Situation ihrer Kinder informiert werden und die Basis für eine familiäre Reintegration geschaffen werden soll.


Video

Jedes Jahr organisieren die Verantwortlichen von Golaso in einer der sieben Städte, wo das Projekt aktiv ist, die Fussball-Meisterschaft «Mundialito». Für die Kinder geht es nicht nur ums gewinnen, sondern auch darum, gleichaltrige Kinder aus anderen Städten kennenzulernen und Werte und Kompetenzen wie Solidarität und Teamfähigkeit zu fördern.
Hier können Sie ein Video des Don-Bosco-Fussballturniers aus 2015 anschauen. Das Video ist auf Spanisch.



Helfen auch Sie mit, Strassenkinder dank Fussball zurück in die Schule zu bringen! Spenden Sie mit dem Vermerk ECU 10-054-21 und geben Sie diesen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive! Herzlichen Dank für Ihre Grosszügigkeit!

Haben Sie Fragen? Kontaktieren Sie unsere Projektleiterin Caroline Imesch.